… „passierte“ etwas zum wiederholten Male und ich habe beschlossen, das in meiner Kolumne mal zu thematisieren. Wir wohnen nur einige Häuser von der Schule entfernt, was bedeutet, dass der Schulweg einiger Kinder an unserem Haus vorbeiführt. Des Öfteren ist der Bürgersteig vorm Haus verziert mit Bonbonpapierchen oder kleineren Abfällen von Süßigkeiten. Nicht prickelnd – aber okay: Sind halt Kinder, dachte ich. Aber vor einiger Zeit fanden sich dort auch benutzte Papiertaschentücher, leere Getränkepackungen und neulich das komplette Papier einer Tafel Schokolade. Ein Papierchen erscheint harmlos – doch der Gedanke, der dahinter steht, ist derselbe – ob großer oder kleiner Abfall. Ich frage mich, ob das nur Gedankenlosigkeit der Kinder ist oder Gleichgültigkeit. Müsste nicht auch einem Kind in der Grundschule schon bewusst sein, dass etwas, das es auf den Boden wirft, von jemand anderem wieder aufgehoben werden muss? Was wäre, wenn jedes Schulkind seinen Abfall einfach fallen lässt? Natürlich stehen auf dem Schulweg nicht im 10-m-Abstand Papierkörbe. Aber man könnte den Abfall auch in Hand oder Tasche behalten, bis man an einem vorbeikommt oder zuhause ist. Ein Handy ständig in der Hand zu halten, ist den meisten Kids heute auch sehr gut möglich. Kurz habe ich überlegt, eine Eingabe für mehr Papierkörbe zu machen. Dann haben wir allerdings eine Freundin besucht. Sie ist gerade umgezogen und hat nun eine Schulbushaltestelle direkt vor der Haustür. Keine mit überdachtem Häuschen – aber nett gemacht: ein Bushaltestellenschild, eine Holzbank und EIN PAPIERKORB. Ich erzählte ihr von meinem „Abfall-Bürgersteig“ und meinte, dass sie es da gut habe mit dem Papierkorb. „Weit gefehlt“, sagte sie. Und erzählte, dass sie jedes Mal, wenn sie aus dem Haus geht, den Müll aufliest, der um Bank und Papierkorb auf dem Boden liegt.
Da fiel mir ein weiteres Beispiel ein: Beim Fastnachtsumzug, der am Haus vorbeigeht, standen Menschen auf dem Bürgersteig – Erwachsene und Kinder. Sie hatten Taschen dabei, in denen sie die zugeworfenen „Wertsachen“ verstauten. Aber das Papier der direkt genaschten Süßigkeiten lag… auf dem Bürgersteig! Von den vielen Zigarettenkippen ganz zu schweigen.
Als ich kürzlich die geleerte Biotonne reinholte, sah ich darin ein leeres Getränkepäckchen. Das ist wenigstens ein gewisses Zeichen von Umweltbewusstsein: immerhin nicht auf die Straße geworfen. Ich dachte immer, die Kinder erfahren und lernen heute schon im Kindergarten etwas über die Umwelt. Und vielleicht auch darüber, dass man seinen Dreck nicht einfach hinwirft, wo man gerade geht und steht. Ein Bekannter sagte: „Das kann man von Kindern nicht erwarten heutzutage!“ Aber warum nicht? Meine Schwiegermutter sagte: „Die Erwachsenen sind doch noch viel schlimmer! Guck Dir doch an, was in Wald und Feld alles an Müll rumliegt!“ Hm…. Sind das die Erwachsenen, die schon als Kinder alles überallhin geworfen haben? Ich bin bestimmt keine notorische Meckertante und habe auch nichts gegen Kinder. Es geht auch nicht um meinen Bürgersteig, sondern mehr um die „Einstellung“. Sollte man irgendwo ansetzen, um diese Einstellung zu ändern? Oder ist das nur für mich ein Thema?

Ihre Angelika