Meine Enkelin Sophia ist mit ihren Eltern nach Irland geflogen – dort lebt ihre andere Oma. Als das Flugzeug landete, war heftiger Wind und der Flieger schaukelte und ruckelte. Auch während des Fluges war das zu spüren. Viele Menschen, die ich kenne, denken in solchen Situationen „Ohoh….“ Schließlich hat jeder schon von Abstürzen oder missglückten Landungen gehört. Sophia war begeistert, wie schön das ruckelt. Als sie zurückgeflogen sind und der Flieger zur Landung ansetzte, meinte sie: „Juhu, jetzt ruckelt das gleich wieder so schön!“ und war enttäuscht, weil es das dieses Mal nicht tat.
Wir haben alle vor verschiedenen Dingen mehr oder weniger ausgeprägte Angst. Neale Donald Walsch sagt in seinem Buch „Gespräche mit Gott“, dass es im Grunde nur zwei Emotionen gibt: Liebe und Angst. Alle Handlungen menschlicher Wesen gründen sich auf Liebe oder Angst, sagt er.
Darüber nachzudenken lohnt sich. Würden wir Angst nicht kennen, wir würden sicher anders leben. Viele Erwachsene, die in ein Flugzeug steigen, haben Angst oder Bedenken – ein kleines Kind weiß nicht, dass etwas passieren könnte, ist also vollkommen frei und unbelastet und genießt in vollen Zügen. Kinder erklimmen die höchsten Klettertürme, trauen sich zu, mit Messer und Schere zu arbeiten, (er)kennen noch keine Gefahr. Kommt die Angst erst durch die Ermahnungen „Pass auf, halt dich fest, schneide dich nicht!“? Macht Wissen Angst? Ich glaube, in einigen Bereichen ist das tatsächlich so. Wer nicht um eventuelle Gefahren weiß, hat auch keine Angst, sich in bestimmte Situationen zu begeben. Andererseits kann es Situationen geben, in denen Angst uns schützt. So unbeschwert wie ein Kind werden wir wohl als Erwachsene nicht mehr werden, aber ein Überdenken unserer Ängste, ein Nachfragen des o.g. Zitates, ob wir eine Entscheidung vielleicht nur aus Angst und nicht aus Überzeugung treffen, kann sicher helfen, Angst in einem gesunden Rahmen zu halten.

Ihre Angelika