Nun ist sie in Kraft, die DSGVO, die Datenschutzgrundverordnung. Vor etwa zwei Monaten habe ich davon zum ersten Mal gehört. Anfangs lächelte ich noch darüber. Doch schnell begriff ich, dass dies etwas ist, was man lieber ernst nehmen sollte. Es standen enorme Strafen im Raum, wenn jemand die neuen Regeln nicht beachtet. Es war von Beweisumkehr die Rede. Also der Unschuldige muss nun beweisen, dass er unschuldig ist. Seither war schließlich jeder unschuldig, bis ihm jemand seine Schuld beweisen konnte. Auftragsverarbeitungs-Verträge müssen zwischen Geschäftspartnern neu geschlossen werden. Ein ausführliches Verarbeitungsverzeichnis muss erstellt werden, ein Datenbeauftragter muss her. Leider darf ich das nicht selbst sein. Und fragt man die Fachleute, dann bekommt man oft unterschiedliche Aussagen. Ja, es herrscht Rechtsunsicherheit im ganzen Land, wen auch immer man fragt. Selbst die Rechtsanwälte sind sich nicht einig.
Das, was ursprünglich gedacht war, um große Firmen wie Google oder Facebook in ihre Schranken zu weisen, erweist sich nun für uns kleine Betriebe als Albtraum. Der Eine oder Andere mag nun in mühevoller Kleinarbeit versucht haben, bis zum entscheidenden Datum alles umzusetzen. Andere wiederum warten immer noch ab. Da ich meine Kunden nicht im Regen habe stehen lassen wollen, hatte ich Referenten verpflichtet und zu Workshops eingeladen. Und der Zulauf war groß. Aber selbst heute ist der Bedarf immer noch da. Das, was ursprünglich dazu gedacht war, den Datenschutz in der EU zu vereinheitlichen und zu verbessern ist zu etwas geworden, bei dem bis heute keiner genau weiß, was tun ist. Ich kenne Firmen, die ihre Homepage vorübergehend abschalten, nur um zu vermeiden, dass die befürchtete Abmahnwelle auch sie trifft. Für mich scheint diese DSGVO ein Beispiel dafür zu sein, wie wir überreguliert werden. Bleibt zu hoffen, dass die Verbraucher nun wenigstens den Datenschutz bekommen, den sie sich gewünscht haben.

Herzlichst Ihr
Ekkehard Schenk
Verleger