So komme ich mir in letzter Zeit öfter mal vor. Als hätte ich einen Flug oder eine Überfahrt mit der Fähre nach England verpasst. Nicht verpasst im Sinne von „ich war zu spät“, sondern verpasst im Sinne von „ich hab`s nicht mitgekriegt“. Das liegt daran, dass einige Zeitgenossen mit englischen Begriffen arbeiten, die ich noch nie gehört habe. (Ich oute mich jetzt mal – auch wenn ich dann als alles andere als up to date angesehen werde). Da sagte doch kürzlich jemand in einem Meeting, wir würden jetzt wohl am besten mal ein hands on machen. Meine Vermutung, er meint hands up und hat sich versprochen und jetzt kommt Stimmung auf, stellte sich als falsch heraus. Er wollte, dass praktisch gearbeitet wird. Darauf war ich jetzt so gar nicht prepared und zudem fehlte mir das nötige knowledge dazu. Als ich das erste Mal eine Mail von einem Facility Manager bekam, hab ich mich gefragt, was selbiger wohl beruflich macht. Es war ein Hausmeister. (Ja, es gibt auch Facility Manager, die weitaus mehr Aufgaben haben als ein Hausmeister!) Warum kann Coffee to go nicht einfach Kaffee zum Mitnehmen heißen? Schmeckt er besser, wenn man ihn englisch betitelt? Fühlen sich manche Menschen cooler, wenn sie Dinge mit englischen Begriffen benennen? Haben sie dann das Gefühl, „in“ zu sein? Ärgert man sich, wenn man ein Date im 8. Stock hat, über einen Aufzug mit dem Schild „out of order“ weniger, als wenn er „außer Betrieb“ ist? Oder verwendet man die vielen englischen Wörter just for fun? Ich finde, die deutsche Sprache hat für alles schöne deutsche Wörter, die wir nutzen sollten. Ich wäre happy, wenn das nicht so ausufern würde. Vielleicht starte ich mal einen Newsletter an meine Freunde und Bekannten, in dem ich ein Brainstorming zu diesem Thema anrege. Vielleicht in Form eines Meetings mit Brunch, natürlich all inclusive.

Ihre Angelika Förster