…. hat meine Tochter sich einen Wischroboter gekauft. Meine Meinung über Technik könnte man als multilateral bezeichnen. Technik fasziniert mich, erstaunt mich, begeistert mich, erschreckt mich, verblüfft mich…. Auto, Waschmaschine, PC, Toaster, Telefon und Handy, Mondlandung – alles Dinge, ohne die ich mir meinen Alltag gar nicht mehr vorstellen mag. Auf Dinge wie selbstständig einkaufende Kühlschränke z.B. reagiere ich allerdings eher zwiespältig. Ähnlich ging es mir bei dem Gedanken, dass ein 33×33 cm kleines, viereckiges Etwas Böden putzen können soll. Doch dann kam der Wischroboter zu Besuch zu mir und hat sich bereit erklärt, mein Badezimmer zu putzen. Das Ergebnis: Auch ich habe jetzt einen Wischroboter und damit eine Errungenschaft der Technik in meinem Haus, die definitiv unter die Rubrik „begeistert mich“ fällt! Nie hätte ich geglaubt, dass so etwas funktionieren kann.
Schon immer wollte ich einen „Niles“ wie den aus der Serie „Die Nanny“ – jetzt habe ich ihn: So habe ich den kleinen, putzigen Roboter getauft. (Okay, im Vergleich zum echten Niles sind da einige Abstriche, die ich machen musste, aber immerhin!).
Er putzt sämtliche Böden außer Teppiche. Und er putzt sogar den Marmorboden streifenfrei, was mir – zugegebenermaßen – nicht immer gelungen ist. Auf den Boden gesetzt, Knopf gedrückt und er legt los. (Niles – nicht ich mich!). Auch das ist faszinierend: Wir Menschen neigen ja gelegentlich zum Aufschieben – „Ich trinke noch einen Kaffee, dann lege ich los“ oder Ähnliches hält uns gelegentlich davon ab, anzufangen – nicht so Niles. Ganz selten hat man das Gefühl, ein kleines Kätzchen im Haus zu haben, das sich in eine ausweglose Lage manövriert hat – dann muss er gerettet werden. Aber das ist wirklich die Ausnahme. Und ich bin sicher, dass er denkt. Deutlich zu erkennen, als er im Badezimmer unter den Schrank, der vorne breiter ist als seitlich – fuhr. Nachdem er den Boden dort geputzt hatte, wollte er seitlich raus, was nicht geht, da er ca. 2 cm breiter ist. Er hat kurz überlegt, ist dann zurück, hat einen neuen Versuch gestartet, indem er schräg rechts rauskommen wollte. Ging auch nicht. Wieder überlegt und schräg links versucht. War auch nix. Kurzes Nachdenken, dann auf dem Weg unter dem Schrank raus, wie er rein gefahren ist und neben den Schrank gefahren, um dort zu putzen. Äußerst cleveres Kerlchen – bestimmt von einer Frau programmiert!
Kreuz und quer – scheinbar ohne Plan – putzt er selbst große Räume, während ich einen Tee trinken und ihm zuschauen kann. Ich gestehe, dass ich ihn die ersten Male überprüft habe, Sie wissen schon: weißen Handschuh angezogen und über den Boden gewischt – aber das ist völlig unnötig. Er ist schnell, zuverlässig und leistet sehr gute Arbeit. Selbstverständlich lobe ich ihn nach jeder „Fahrt“. Wir arbeiten auch sehr gut im Team: Während er in der einen Ecke des Raumes putzt, staube ich in der anderen ab. Läuft! Nur die Kommunikation ist noch ausbaufähig – er spricht nicht mit mir, es gehen nur gelegentlich kleine blaue Lichtchen von rechts nach links auf seiner Oberfläche. Das kann nur bedeuten, dass er vorbehaltlos dem zustimmt, was ich sage. Wir sind ein perfektes Team!

Ihre Angelika