(epr) Bio-Produkte kann man inzwischen fast überall kaufen – vom Supermarkt über die Discounter bis zum Bio-Bauernhof. Bei genauer Betrachtung zeigt sich aber, dass die Bio-Standards im Einzelfall sehr unterschiedlich sind.

Was kauft man eigentlich unter dem Label Bio?

Zunächst scheint es einfach: Bio-Produkte erkennt man am Bio-Siegel der Europäischen Union und sie erfüllen dementsprechend die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung. Aber dabei handelt es sich lediglich um gesetzliche Mindeststandards, die bei Weitem nicht das halten, was sich viele Verbraucher von der Bezeichnung „Bio“ versprechen. So sagt das Siegel nichts über Transportwege aus. Es heißt auch nicht, dass regionale oder saisonale Erzeugnisse bevorzugt werden. Und es gibt keine Standards für soziale Verantwortung. Am Anfang der Bio-Bewegung standen jedoch Idealisten, die Nachhaltigkeit, ökologischen Landbau, Tierwohl, soziale Gerechtigkeit und Ressourcenschonung in Einklang brachten. Damit entsprachen sie dem Bedürfnis vieler Menschen. Seitdem wächst die Nachfrage nach Bio stetig und längst sind auch die großen Handelsketten auf den Bio-Zug aufgesprungen. Wer aber mehr von Bio-Produkten erwartet als Mindeststandards, der sollte genau prüfen, wo er was bekommt. Und die Idealisten unter den Bioanbietern gibt es ja auch heute noch. Wer hochwertige Bio-Produkte mit umfassenden Standards kaufen möchten, hat aber leider häufig ein Problem: Der Wochenmarkt findet statt, wenn man arbeiten muss. Und der Bio-Hofladen ist zu weit weg. Aber es gibt auch verantwortungsvolle Bio-Lieferdienste wie die Betriebe von Ökokiste e.V.. Bundesweit haben sich dort rund 40 engagierte Bio-Lieferbetriebe zusammengeschlossen, denen die EU-Vorgaben nicht weit genug gehen. Was sie unter 100 Prozent Bio verstehen, kann man auf der Website www.oekokiste.de nachlesen. Wer die Ökokiste ausprobieren möchte, findet dort auch seinen regionalen Lieferbetrieb, bei dem er dann online oder telefonisch bestellt. Das kann wöchentlich, 14-tägig, unregelmäßig oder ganz spontan sein. Und wer mal nicht da ist, bestellt die Kiste einfach kurzfristig ab. Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen oder Abnahmeverpflichtungen gibt es nicht.