„Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!“ Dieses Zitat von Tommaso Campanella ist mir schon oft begegnet. Und viele Menschen, die ich kenne, stimmen dieser Aussage zu, sagen, dass das wahr ist, dass man das tun sollte, es aber nicht immer so einfach ist. Heute früh kam mir das Zitat ohne äußeren Anlass in den Sinn und zum ersten Mal seit vielen Jahren habe ich mich gefragt: „Was ist denn eigentlich mein Traum?“ In dem Moment rief meine Schwiegermutter an und ich erzählte ihr, dass mir gerade dieses Zitat durch den Kopf ging. Sie sagte: „Ja, das ist gut, aber das Problem ist, dass ich gar nicht weiß, was eigentlich mein Traum ist!“ Da waren wir schon zu zweit. Ich weiß noch, was früher mein Traum oder meine Träume war/waren – einiges davon hat sich auch verwirklicht. Aber heute? Ist es normal, dass mit dem Älterwerden die Träume nicht mehr so wichtig sind oder ganz verloren gehen? Sollte man sie nicht erhalten? Oder sind Träume Schäume? Meine Schwiegermutter sagt, Reisen sei ihr Traum. Aber das ist ihr finanziell leider nicht mehr so möglich, wie sie es sich erträumen würde. Mir ist auf Anhieb nichts eingefallen, was ich als meinen Traum bezeichnen würde. Aber ich habe beschlossen, diesem Gedanken an meinen Traum intensiver nachzugehen, zu schauen, ob da nicht doch noch etwas ist, das ich leben möchte, wovon ich zur Zeit noch nur träume. Leben Sie schon Ihren Traum?

 Ihre Angelika Förster