Es ist unglaublich, wofür es mittlerweile alles eine App gibt. Ich kenne WhatsApp – mehr brauche und will ich nicht, dachte ich. Dann sagte mir mein Schwiegersohn, dass das Navi, das ich auf dem Handy habe, eine App ist. Upps! Gut, aber mehr brauche und will ich wirklich nicht. Wenn ich mir aber anschaue, was es da so gibt, dann frage ich mich, wie wir früher leben konnten ohne Apps. Da gibt es Apps für Essen-Lieferdienste, Apps, die als Fremdenführer fungieren, wenn man in einer fremden Stadt ist, Fitness-Apps, Gesundheits-Apps, Nachrichten-Apps, Apps, die vor Unwetter warnen und noch viele, viele mehr. Ist doch total unnötig – dachte ich immer.

Aber gestern musste ich doch einmal schmunzeln. Meine Schwiegermutter rief vor einigen Tagen an und sagte mir, dass sie ihr linkes Hörgerät nicht mehr findet. Sie trug es, als sie im Wohnzimmer saß und nun sei es weg. Meine Vorschläge „In der Ritze des Sessels“, „In deinem Pullover verheddert“, „Vielleicht mit deinem Trinkglas in die Spülmaschine geräumt“, „In den Kühlschrank gelegt aus Versehen“ und etliche mehr, hat sie alle mit „Hab ich schon geschaut“ abgewiegelt. Zweimal hatte sie schon Bio-, Papier- und Restmüll ausgeräumt – kein Hörgerät. Im Bett, auf dem Boden – nirgends war es zu finden. Sie sagte, sie liefe schon auf Zehenspitzen durch die Wohnung, damit sie nicht drauftrete, falls es doch irgendwo auf dem Boden läge. Das ging etwas mehr als eine Woche – es blieb verschwunden. Notgedrungen machte sie einen Termin beim Hörgeräteakustiker ihres Vertrauens aus. Am nächsten Tag rief sie an: „Mein Hörgerät ist wieder da!“ Es hatte sich wohl in ihrer Halskette verfangen, als sie diese ausgezogen hatte. Als sie sie jetzt wieder anlegen wollte, fand sie das Teil in ihrem Schmuckkästchen.

Wiederum am nächsten Tag kam eine Anzeige eines Kunden rein – ein Hörgeräteakustiker. Darin wurden Messe-Neuheiten vorgestellt und was lese ich da? Es gibt jetzt eine App, mit der ein Hörgeräte-Träger seine Hörtechnik individuell selbst einstellen kann. Und diese App kann noch mehr: Sie kann das Hörgerät orten, wenn der Träger es verlegt hat!

Ihre Angelika Förster