Manchmal tun wir Dinge, über die wir uns selbst nur wundern können. Oder wir erschrecken sogar darüber, was wir da gerade Merkwüdiges getan haben. Kennen Sie das? Gelegentlich wissen wir nicht, warum wir tun, was wir gerade getan haben oder tun.
Steckt da ein System dahinter oder ist das einfach nur planlos? Oder ist es ein nicht besonders intelligentes System, das dafür sorgt, dass wir verquere Dinge tun? Wir wissen, dass Rauchen schadet und zünden die nächste Zigarette an. Wir wollen unbedingt mehr auf unser Gewicht achten, abnehmen – und essen dennoch von der leckeren Torte.

Ich denke, oft stecken dahinter Gefühle, die uns nicht bewusst sind oder die wir nicht wahrhaben wollen. Dann ein Stück Torte – das verschafft ein gutes Gefühl, das entlastet uns emotional. Auch andere Verhaltensweisen entstehen dadurch, dass wir uns einfach von einer „gefühlten“ Last befreien wollen. Wir toben, wir vertagen Entscheidungen oder Arbeiten, wir hängen den halben Tag vor der Glotze oder dem PC – einfach, um bestimmte Gefühle nicht fühlen zu müssen, um uns abzulenken.

Wir können sicher bessere Möglichkeiten entdecken, uns von diesen Gefühlen zu befreien. Wir müssen uns nicht am nächsten Tag auf der Waage über das Kilo mehr ärgern, wenn wir eine andere Lösung finden, als Torte, Eis oder Schokolade zur „Entstressung“ zu futtern. Wenn wir uns fragen, warum wir jetzt die Tafel Schokolade so unbedingt brauchen, was genau dazu führt, dass wir uns so fühlen, dass wir diesen Trost benötigen, dann können wir vielleicht erkennen, was außer Schokolade noch helfen kann oder noch besser, was wir tun können, um uns in dieser Situation nicht mehr so zu fühlen, dass wir die Schokolade brauchen. Das ist sicher nicht immer möglich, aber jeder kleine Erfolg zählt. Vielleicht nervt gerade der Chef und da wir nicht kündigen können oder wollen, lösen wir den Stress mit Torte. Apropos: Ein Stück Torte könnte ich jetzt gerade mal essen!

Ihre Angelika Förster