Meist ist es für uns schmerzhaft, wenn wir abgewiesen werden. Wenn wir spüren, dass jemand uns nicht um sich haben möchte, wir nicht zu einer Feier eingeladen werden, obwohl wir dachten, dass derjenige uns dabeihaben will, weil wir doch dazugehören. Auch wenn wir merken, dass uns jemand meidet oder ignoriert, verletzt uns das ganz oft. Dabei ist es von den anderen Menschen meist gar nicht böse gemeint. Wollen wir selbst denn alle Menschen immer um uns haben? Haben wir immer alle lieb? Gehen wir nicht manchmal auch „auf die andere Straßenseite“, um jemandem in diesem Moment nicht begegnen zu müssen? Warum also reagieren wir auf vermeintliche Ab- oder Zurückweisung so heftig, warum sind wir verletzt?

Ich glaube, der Hintergrund ist das, was wir über uns denken. Was wir uns ausmalen, warum wir nicht eingeladen wurden. Wir fragen uns, was wir denn falsch gemacht haben, wo wir uns daneben benommen haben, was an uns „nicht richtig“ ist. Und kommen so – bewusst oder unbewusst – zu dem Ergebnis, dass wir nicht liebenswert genug sind, nicht gut genug. Wenn uns das klar wird, erkennen wir meist, dass wir uns selbst nicht mögen, uns ab- oder zurückweisen mit unseren Wünschen, Gefühlen, Bedürfnissen aber auch mit unseren Schwächen. Und wenn wir es schaffen, zu lernen, uns selbst zu mögen, uns nicht abzulehnen, zu uns zu stehen, so wie wir sind – dann können wir auch mit der (vermeintlichen) Ablehnung anderer ganz anders umgehen.

Ihre Angelika Förster