Immer wieder finde ich es interessant, wie wir uns mit den Jahreszeiten verändern. Zumindest stelle ich das bei mir fest und auch in meinem Umfeld.
Ist der Januar kalt, sagen wir: „Es ist schließlich Winter, es muss ja auch mal kalt sein!“ Wenn es draußen kalt ist, sind wir gerne drinnen – ausmisten, aufräumen, Steuererklärung – das sind Arbeiten, die sich jetzt anbieten.

Kommt der Frühling, zieht es uns nach draußen. Gartenarbeit, Blumen pflanzen, streichen, tapezieren – Arbeiten, zu denen wir uns jetzt mehr hingezogen fühlen.

Im Sommer – na klar: Draußen sitzen, Schwimmbad, grillen, Biergarten – das ist jetzt unser Ding, das wollen wir zu dieser Zeit.

Im Herbst dann die Aufräumarbeiten draußen, die langsame Verlagerung des Lebens nach Innen – physisch wie psychisch.

Die Weihnachtszeit – Gemütlichkeit, Dekorieren, Innehalten, Besinnlichkeit – das ist jetzt das, was wir am liebsten tun.

Wir gehen mit den Jahreszeiten, unsere Gedanken, unsere Interessen, unsere Tätigkeiten – all das verändert sich mit den Jahreszeiten. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass es diese Jahreszeiten gibt. Und kann so gar nicht verstehen, dass Menschen happy sind, wenn im Oktober das Thermometer noch 30 Grad anzeigt. Da kommt nicht nur die Natur – da kommt auch unser Rhythmus ganz durcheinander.
Ich freue mich über jede Jahreszeit! Okay, stimmt nicht so ganz: Sommer mit mehr als 30 Grad oder wochenlanger Trockenheit – das ist gar nicht meines. Müsste ich mich entscheiden, eine Jahreszeit auszusortieren, die Wahl fiele mir leicht.
Genießen wir den Winter, der Frühling kommt, ich habe heute schon den ersten Tulpenstrauß gekauft.

Ihre Angelika Förster