Achtsamkeit ist ein Thema schlechthin, überall werden entsprechende Kurse angeboten. Ich denke, Achtsamkeit ist wichtig, ohne achtsam zu sein, fehlt die Fähigkeit, zu erleben und zu spüren, was unser Leben ausmacht. Nur wenn wir achtsam sind, können wir mit allen Sinnen unser Leben er-leben. Das Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen, Hören all dessen, was uns begegnet, kann erheblich zu unserem Glück beitragen.

Heute früh habe ich mir wie jeden Morgen einen Tee gemacht. Ich habe das Wasser aufgegossen und bin anschließend nach oben gegangen, um die Rollläden hochzuziehen. Das passt zeitlich genau in die Ziehzeit des Tees.

Als ich gerade wieder die Treppe herunterkam, klingelte mein Telefon. An meinem Kopfhörer habe ich das Gespräch angenommen. Es war mein Kollege, von dem ich nur selten höre. Also haben wir kurz nachgefragt, wie es uns jeweils so geht und was es Neues gibt. Dann nannte er mir den dienstlichen Grund seines Anrufes und es folgte das Beenden des Gesprächs mit sämtlichen guten Wünschen.

Ich ging in mein Arbeitszimmer und mir schoss der Gedanke in den Kopf: „Mist! Mein Tee! Der ist jetzt bitter, hat viel zu lange gezogen!

Schnell ging ich in die Küche – aber da stand keine Teekanne mehr. Als ich ins Wohnzimmer kam, stand da nicht nur der Tee auf dem Stövchen. Nein, daneben stand auch ein Teeglas, halbvoll.

Langsam kam die Erinnerung, dass ich während des Gesprächs den Tee aus der Kanne genommen und sie aufs Stövchen gestellt habe. Und mir ein Glas eingeschenkt und während des Gesprächs zur Hälfte getrunken habe.

Die Frage, die nun im Raum steht, ist: Macht sich das Alter bemerkbar oder bin ich nur unachtsam? Die Antwort ist klar: Es kann nur die zweite Möglichkeit sein. Also werde ich nun meine Achtsamkeit trainieren. Wie habe ich kürzlich gelesen: „Ohne Achtsamkeit ist alles im Leben beliebig und unwichtig.“

 Seien Sie achtsam!

 Ihre Angelika Förster