Vor einiger Zeit ist mir etwas aufgefallen. An mir und nach längerem Beobachten auch an einigen anderen Menschen in meinem Umfeld.

Wenn wir die erste Wohnung haben, von zuhause ausziehen, dann richten wir uns ein. Wir kaufen Möbel und andere Dinge, die wir mögen. Wenn wir dann eine Familie gründen, schaffen wir uns mehr Dinge an, in vielen Fällen gehört auch ein eigenes Haus dazu. Es wird neu gebaut oder ein Haus gekauft und es wird eifrig geplant: So soll das Badezimmer aussehen, so die Küche, oben die Schlaf- und Kinderzimmer, ein Gästezimmer wäre schön… Und dann der Garten: Rasen, Bäume, Sträucher, Nutzgarten, Gartenmöbel.

Nach einigen Jahren wird das ein oder andere erneuert, ausgetauscht, zusätzlich angeschafft.

Und dann auf einmal kommen andere Gedanken. Schlafzimmer oben – irgendwann könnte das ja mal schwierig werden, immer Treppen zu laufen. Badezimmer mit Wanne, vor der dekorative Stufen sind – irgendwann könnte das ja mal schwierig werden, da noch reinzukommen. Garten mit ganz viel Rasen – irgendwann könnte das ja mal schwierig werden, den immer zu mähen, zu vertikutieren, zu pflegen.

Diese Gedanken kommen immer öfter und plötzlich fragt man sich: Brauche ich das überhaupt noch? Bei Neuanschaffungen ist man nicht mehr unbedarft, sondern fragt sich, ob das in einigen Jahren noch sinnvoll und machbar ist, was man da gerade plant.

Als meine Mutter 75 Jahre war, meinte sie, ihre Couch wäre alles andere als schön. Ich sagte: „Kauf dir eine neue!“ Ihre Antwort: „Ach, wozu denn noch, so lange lebe ich eventuell gar nicht mehr!“ Meine Antwort damals war: „Und wenn du nur noch vier Wochen lebst, hast du dich in diesen vier Wochen über die neue Couch gefreut. Das ist es doch wert. “

Heute merke ich, dass ich ähnliche Gedanken habe. Nicht dahingehend, wie lange ich noch lebe, sondern eher dahingehend, ob ich noch in der Lage bleiben werde, alles zu bewerkstelligen: Haus, Garten…

Diese Veränderung der Gedanken kommt schleichend. Oder ist das an ein Alter gebunden? An etwas, das im Leben passiert? Ich bin noch nicht dahintergekommen…

 Ihre Angelika Förster