MAINZ – (gl) Oberbürgermeister Michael Ebling: „Jens Beutel war ein Mann des Ausgleichs und des Dialogs. Er war ein engagierter Teamplayer der stets das Gemeinschaftliche in unserer Stadt betonte“.

Am Mittwoch, 8. Mai 2019 ist der ehemalige Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel im Alter von 72 Jahren verstorben.

Jens Beutel war von 1997 bis 2011 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Mainz. In rund vier Jahrzehnten engagierte er sich in unterschiedlichsten Funktionen kommunalpolitisch für unsere Stadt. 1989 wurde er in den Stadtrat gewählt und führte von 1995 bis zu seiner Wahl zum Oberbürgermeister die SPD-Stadtratsfraktion als Fraktionsvorsitzender. Zuvor war er von 1974 bis 1989 Mitglied des Mombacher Ortsbeirats. Darüber hinaus engagierte sich Jens Beutel als langjähriger Vorsitzender des Städtetags Rheinland-Pfalz, als Präsident der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, im Rat der Gemeinden und Regionen Europas sowie in vielen Mainzer Kuratorien und Stiftungen.

Oberbürgermeister Michael Ebling: „Die Nachricht vom viel zu frühen Tod Jens Beutels hat mich tief berührt. Jens Beutel hat fast 15 Jahre lang als erster direkt gewählter Oberbürgermeister die Geschicke unserer Stadt bestimmt und in vielen Bereichen wegweisende Weichen für die Stadt gestellt, wovon die Menschen bis heute profitieren. Was Mainz heute ist, das verdankt es auch zu einem guten Teil seiner Arbeit und seinem Einsatz.

Jens Beutel hat sich fast 40 Jahre lang mit Leib und Seele in das öffentliche und politische Leben unserer Stadt, seiner Wahlheimat, eingebracht. Politik war dabei für ihn nie nur eine ehren- oder hauptamtliche Aufgabe. Politik, insbesondere die Kommunalpolitik, war für Jens Beutel eine hohe Erfüllung in seinem Leben. Dabei war er stets ein Mann des Ausgleichs und des Dialogs – Eigenschaften, die im politischen Alltag gar nicht hoch genug zu würdigen sind.

Jens Beutel hat sich nie als Einzelkämpfer verstanden. Vielmehr war er ein engagierter Teamplayer, der die Stadtverwaltung, aber auch die Stadtratsfraktionen, die Vereine, Institutionen und Bürgerinitiativen einzubinden verstand, der den Dialog suchte und das Gemeinschaftliche in unserer Stadt immer betonte.

Mit viel Herzblut und mit hohem – insbesondere auch juristischem – Sachverstand hat er sich zudem in Arbeitsbereichen engagiert, die über die reinen Pflichtaufgaben eines Oberbürgermeisters weit hinaus gehen, sei es in Sachen Fluglärm oder Rheinufergestaltung, sei es beim Bau der neuen Synagoge oder sei es für das neue Stadion des FSV Mainz 05, dessen positive Außenwirkung er nicht nur als leidenschaftlicher Fußballfan sondern auch als Repräsentant unserer Stadt für Mainz erkannt hat. Sport war seine große Leidenschaft. Er hat nicht nur selbst bei seiner Eintracht Mombach Handball gespielt, sondern war auch am Schachbrett ein begnadeter Stratege.

Der Ausbau der Beziehungen zu unseren Partnerstädten war ihm ein wichtiges Anliegen. Die Kontakte zu den Partnerstädten sind in den anderthalb Jahrzehnten seiner Amtszeit stetig gewachsen und werden auch in Zukunft reiche Früchte tragen.

Unter Jens Beutel wurde das Rathaus zu einem Ort der Begegnung. Davon zeugen die Bürgerempfänge und Ehrungen, die Ausstellungen, die vielen Besuche von Schülerinnen und Schülern aus der ganzen Welt, die Kontakte mit den Partnerstädten, die Konferenzen und Tagungen und die Einbürgerungsfeiern, die unter ihm erstmalig im Rathaus stattfanden.

Die Stadt Mainz trauert um Jens Beutel. Sein Lebenswerk verdient höchste Anerkennung.  Wir danken ihm für seine bleibenden Verdienste um unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger und blicken mit großem Respekt auf seine Lebensleistung. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und der ganzen Familie und allen Freunden“.

Marc André Glöckner


Im Mainzer Rathaus und in der Ortsverwaltung Mombach wird ab Montag, 13. Mai 2019 ein Kondolenzbuch für Jens Beutel ausgelegt.