KELKHEIM – Einmal im Jahr bricht Kjell Schmidt, Geschäftsführer des Regionalparks RheinMain auf, um sich einen Überblick über den Zustand der 190 Km Regionalpark Rundroute, zu verschaffen. Der Inspektionstermin passte insoweit gut, als Mitte August ein Tornado mit viel Vehemenz über den südlichen Teil des Regionalparks gefegt war und beträchtliche Schäden auch in den ausgedehnten Waldbereichen angerichtet hatte.

Gute Miene zum bösen Spiel macht Sascha Walter bei seinem Plattfuß – Foto: privat

Kjell Schmidt verbindet seinen „190 km -Dienstgang“ dabei immer mit einer Charity Radtour entlang der  Regionalpark-Rundroute, die am 1. September nun bereits in der 9. Auflage stattfand, dem sogenannten: ARQUE Regionalpark CrossFondo. Sein sportlicher Sparrings- und Charity-Partner ist dabei von  Anfang an der Kelkheimer Michael Lederer, seit 1/4 Jahrhundert bereits Stv. Vorsitzender der ARbeitsgemeinschaft für QUErschnittgelähmte mit Spina bifida/Rhein-Main-Nahe e.V. (ARQUE). „Uns ist es eine Herzensangelegenheit ARQUE zu unterstützen, die nun schon seit über 30 Jahren in der Metropolregion FrankfurtRheinMain mit unterschiedlichsten sportlichen und kulturellen Veranstaltungen Spenden sammelt, um ihre fachlichen Aufgaben zu finanzieren“, so Kjell Schmidt.

Als Selbsthilfegruppe unterstützt ARQUE Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Spina bifida auf  dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Ihnen und den Angehörigen hilft ARQUE bei der Bewältigung der durch die Behinderung entstehenden Herausforderungen. Mit regelmäßigen Seminaren und Selbständigkeitstrainings, Einzelberatungen und umfangreichem Informationsmaterial unterstützt ARQUE in allen Lebensphasen. Auf Wunsch beginnt die Begleitung bereits während der Schwangerschaft.

Selbstverständlich achtet der Regionalpark auch darauf, dass alle Teilnehmer der Radtour, soweit diese unmotorisiert am Start erscheinen, mit einem eBike inkl. 3 Akkus professionell ausgerüstet werden. Dieser Sponsoringbeitrag hilft somit in der Tat allen Mitfahrern die 4 Highlights im Anstieg in die Taunushöhen ohne große Anstrengungen zu meistern. Sei es die Wachenbucher Rampe, die Petterweiler Piste, die Dr. Thomas Rautenberg – CHALLENGE oder die Dr. Lorenz Rautenstrauch – WELLE.

Insgesamt 7 Athleten starteten am Sonntag um 7 Uhr am Regionalparkhaus an den Weilbacher Kiesgruben zur kompletten Umrundung. Weitere 5 Athleten wählten einzelne Touren-Abschnitte und schlossen sich unterwegs
der Gruppe an, die im 20er-Schnitt eine gute „Marschgeschwindigkeit“ hatte. Mit einer Gesamtfahrzeit von 9:11:49 Stunden (brutto inkl. Pausen: 12:11:02 Stunden) lieferte die Radtruppe eine perfekte sportliche Leistung ab.

Nach fast 200 Kilometern heil angekommen: Andreas Schwarz, Sascha Walter und Mustafa Gültekin (v.l.n.r.) – Foto: privat

Weiterhin berichtenswert: Steffen Sufeida (Vorsitzender RSV Eltville 1989) zog es vor, die Gesamtstrecke komplett mit eigener Muskelkraft zu fahren. Er übernahm auch des öfteren die Pacemaker-Funktion, als der Tempo-Durchschnitt manchmal abzusacken drohte. Zudem packte er dann abends nach den gefahrenen 192 km nochmals alleine 25 km drauf, um nach Hause nach Walluf zu kommen. Für viel Erstaunen sorgte Andreas Schönleben (ARQUE-BIKER), als er jeweils in den Taunus-Aufstiegen urplötzlich Gas gab und sich jeder fragte, wo eigentlich die Power herkam, denn weder Akku noch Motor waren auf seiner neuen Errungenschaft zu identifizieren. Das Geheimnis lüftete er dann abends bei der abschließenden Dinnerrunde ZUM WILDEN ESEL: „Versteckte HighTec im Rahmen“. Bernd Zürn (BUND), Weilbach, ließ es sich nicht nehmen, die Radler morgens auf die Strecke zu schicken. Der 81jährige hatte es vorgezogen, beim Flörsheimer Drachenbootcup mit seinem Team anzutreten. Er ist ein engagierter ARQUE-Förderer und hat in seinen Altersklassen in den letzten Jahren beim ARQUE – SkyRun MesseTurm Frankfurt schon zahlreiche Deutsche Meistertitel einkassiert und im Frühjahr beim ARQUE – CrossFondo – TaunusTripleBergSprint auf der legendären Nordbahn im Feldbergmassiv ebenfalls die Pole-Position erlaufen. Kurios auch der Einsatz von Sascha Walter (Vorsitzender ARQUE): Bei km 81 unweit von Dietzenbach beendete ein „Plattfuß“ seine Vision der kompletten Umrundung. Doch später in der Nähe von Karben bei km 136 stand er plötzlich wieder am Streckenrand mit einem eLasten-Bike – einfach spektakulär!

Und wie geht es nun weiter? „Im nächsten Jahr steht die Jubiläumstour in der 10. Auflage an“ so Michael Lederer, „wir hoffen auf weitere Mitfahrer mit oder ohne E-Motor, die sich gemeinsam für Querschnittgelähmte stark machen und dabei unsere spannende vielfältige Landschaft in der Metropolregion FrankfurtRheinMain erleben wollen.“

Michael Lederer