Wo und wann fängt die Geschichte an? Sie fängt Anfang der 80er Jahre an, als ich mit ca. 20 Jahren mein erstes Auto bekam, einen Opel Rekord D 1900 mit 97 PS in blau. Ich hatte damals gerade eine Lehrstelle zum Industriekaufmann bei Opel angetreten. Nach zwei Jahren war ich dann mit Auszeichnung durch. Der Rekord erlebte das allerdings nicht, der war schon nach einem Jahr Schrott: zu viel Rost und keine Chance auf eine weitere Zukunft … . Leider, denn es war ein sehr zuverlässiger Wagen.

Aber die Liebe zur Marke war entfacht. Ein so genanntes „Upgrade“ musste her. Immerhin war ich ja Lehrling beim „ Adam“, wie wir die Firma damals nannten. Wieder ein Opel – klar – aber diesmal kein popeliger 4-Zylinder mehr! Nein, ein Commodore musste es sein – her damit! Reihen 6 Zylinder, Servolenkung, Automatik, weiß mit roten Velour-Sitzen, genial! War nicht ganz billig, da Zustand 1a mit wenigen Kilometern. Aus Bad Soden, von einem älteren Herrn für 5650 DM gekauft. Das war eine Ansage! OK, die Eltern haben finanziell mitgeholfen. Aber leider hat der schöne Wagen den Tanz in den Mai 1985, dem Abschlussjahr meiner Lehre bei Opel, nicht überlebt. Alkohol und Auto fahren ist nachts keine gute Kombination. Damals wie heute nicht.

Aber ein Nachfolger ähnlicher Statur musste her – unbedingt! Nummer 3 kam ins Haus, Bronze-braun, auch wieder ein sehr schöner 4-Türer, dieses Mal in Frankfurt gekauft. Der Wagen hatte sieben Jahre treue Dienste geleistet. Aber dann schlug der Rost wieder gnadenlos zu. Motor topp, Karosse Schrott, ein leidiges Opel-Thema der 70er und 80er Jahre.

Die Lehre war schon lange bestanden, das Studium fast beendet, dann kam er: Ein Opel Commodore Coupe! Nach all den Limousinen das erste Coupe mit Voll-Ausstattung! Alles drin was es damals gab: Servolenkung, Schiebedach, Automatik, Colorverglasung mit Blaufilter vorne, Ausstattung Berlina, kurz: ein Traum!! Farbe Sahara-beige mit ockerfarbenen Sitzen, seit Dezember 1992 in meinem Besitz. Das Fahrzeug wurde in Weisenau gekauft. Der Vorbesitzer, ein älterer Herr, war leider verstorben. Am Tag der Abholung, stand die Witwe am oberen Fenster des Reihenhauses und rief mir zu: „Passen Sie bitte gut auf den Wagen meines Mannes auf, er war neben mir sein ganzer Stolz“! Auftrag erfüllt, das Fahrzeug ist immer noch im Bestand und in Topzustand. Ja, so war es in der Tat. Und ich habe ihn immer noch!

Auch wenn die Liebe zur Firma inzwischen erloschen ist, die Liebe zu meinem schönen Wagen besteht bis heute, und das obwohl er inzwischen 45 Jahre auf dem Buckel hat. Und wenn ich mit meinem „Schätzchen“ unterwegs bin dann höre ich immer wieder „Schöner Wagen! So einen hatte ich auch einmal“.

Helmut Kugler