Wer kennt sie  nicht, die riesigen Müllwagen, die jede Woche durch die Straßen fahren und unermüdlich Tonne für Tonne in sich hineinladen. Das geschieht inzwischen so leise und unauffällig, dass die Leerung wie von Zauberhand vonstatten zu gehen scheint. Doch die wenigsten Menschen wissen, welch ausgeklügelte Technologie dahintersteckt – und dass diese in den 1940er Jahren in dem beschaulichen Mainzer Stadtteil Laubenheim erfunden und seither stetig weiterentwickelt und modernisiert wird.

Es ist Hans Zöller zu verdanken, dass die moderne Abfallentsorgung heutzutage so beeindruckend schnell, sauber, sicher und ergonomisch funktioniert. Im Jahr 1938 entwickelte der als Werkstattmeister bei der Stadt Mainz angestellte Zöller eine Vorrichtung, mit der die Entleerung der damals weit verbreiteten 110-Liter- Abfalltonnen spürbar erleichtert werden konnte. Noch im selben Jahr meldete er den daraus entstandenen „Tonnen-Kipper“ zum Patent an. Die Erfindung war eine kleine Revolution in der Abfallentsorgung: Das bis dahin erforderliche Anheben der Mülltonnen konnte fortan maschinell erledigt werden.

1947  gründete Hans Zöller in Mainz-Laubenheim seinen eigenen Betrieb, die heutige Zöller-Kipper GmbH, die in der nach dem Firmengründer benannten Straße zu finden ist. Die innovativen

Lösungen zur Abfallbeseitigung sprachen sich schnell in anderen Städten und Gemeinden herum. Das Geschäft entwickelt sich gut. 1958 kam ein zweistöckiges Verwaltungsgebäude. dazu. Das rasant wachsende Unternehmen zählte nun 82 Köpfe. Mitten in dieser dynamischen Periode verstarb der Firmengründer Hans Zöller. Die Verantwortung für das Unternehmen ging nun an seine Tochter Helga Schulz-Zöller über – mit ihr änderte sich auch die Rechtsform. Das Unternehmen firmierte fortan unter dem Namen ZÖLLER-KIPPER GmbH. Die Ausrichtung auf innovative Entsorgungslösungen und die Dynamik des Unternehmens blieben nicht zuletzt dank des Geschicks von Helga Schulz-Zöller, Konstanten der erfolgreichen Unternehmensentwicklung.

Aus dem „Kipper“ wurden technisch perfektionierte „Lifter“, von denen heute – also genau 73 Jahre später – jährlich rund 5.000 Stück weltweit hergestellt werden. Alle mit der in Mainz entwickelten Technik an Bord. Die Prototypen werden in Laubenheim entwickelt, bevor sie als Serienprodukt in der tschechischen Tochtergesellschaft zur Produktion beauftragt werden. Inzwischen ist die ZOELLER-Gruppe international bekannt und mit eigenen Gesellschaften in neun Ländern vertreten: Frankreich, Tschechien, Polen, Südafrika, Spanien, Italien, Österreich, Niederlande und England. Insgesamt arbeiten heute nahezu 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der ZOELLER-Gruppe, 326 davon in Deutschland. Ein Riesenerfolg für eine Firma, die mit gerademal 20 Mitarbeitern startete!

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Beim Gespräch mit dem Journal LOKAL verrät Volker Schröder, der seit 15 Jahren als kaufmännischer Geschäftsführer tätig ist, dass Umwelt- und Unfallschutz  bei der Firma Zöller an oberster Stelle stehen. So werden Luftfilter gegen den gesundheitsgefährdenden Staub, der bei der Leerung der Mülltonnen entsteht, sowie Schutzsysteme an den Fahrzeugen, die für die Sicherheit der Mitarbeiter sorgen, ständig optimiert.

Clean Drive

In Sachen Klimaschutz haben die Mitarbeiter der Forschungsabteilung gerade eine Innovation auf den Markt gebracht: Den „Clean Drive“ mit Batterieelektrischem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb. „Eine saubere und umweltfreundliche Entsorgung liegt uns am Herzen“, erklärt Schröder und ergänzt: Durch die Kombination von Batterie- und Wasserstoff-Brennstoffzellentechnik können Stickoxide und Lärm reduziert werden – „für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz“.