LAUBENHEIM – Flurkreuze haben historische Tradition im christlichen Abendland. Oft an Weggabelungen errichtet laden sie Vorübergehende zum Gebet oder einfach nur zur Rast ein. So auch das von Paul Zöller 1984 gestiftete gleichnamige Kreuz im Laubenheimer Ried. Von außen kaum einsehbar befindet es sich auf einem kleinen, malerisch in der Natur gelegenen Plätzchen mit Bank und Tisch. Über 30 Jahre wurde es geschätzt und respektiert . In jüngster Vergangenheit unterlag es hingegen mehrfach erkennbar mutwilliger Zerstörungen.

Am Montagmorgen, dem 27. April 2020 wurde der Laubenheimer Ortsverwaltung eine erneute Beschädigung des Zöller-Kreuzes im Ried gemeldet. Der Korpus der Christusfigur war abgerissen worden und nur noch Hände und Füße des Gekreuzigten übrig geblieben. Die herbeigerufene Polizei stellte den Schaden fest und übergab die achtlos beiseite geworfenen Korpusreste der Ortsverwaltung von Laubenheim. Von dort benachrichtigt ersetzte Friedhelm Kärcher die Figur durch ein in Reserve befindliches Exemplar. „Ich bin mit anderen Werten erzogen worden. So etwas macht man nicht“, äußerte er im Gespräch vor Ort.

Foto: Ulrich Nilles

Erst im Dezember 2019 war das Kreuz Thema während einer Laubenheimer Ortsbeiratssitzung. Der Platz, auf dem es steht, ist nämlich Gemeindeeigentum. Vorausgegangen war die bereits dritte (!) Beeinträchtigung des christlichen Symbols: zunächst wurde ’nur‘ der Korpus zertrümmert, zwei Tage später das ganze Kruzifix abgesägt und skrupellos ins Gebüsch geworfen. Im öffentlichen Teil der genannten Sitzung sammelten die anwesenden Ortbeiratsmitglieder spontan für die Wiederaufstellung und konnten mit dem Erlös den Grundstock für eine Metallmanschette um den Fuß des hölzernen Kreuzes legen. Am 17. Februar 2020 wurde es wieder eingestielt, die Einweihung wegen der aufkommenden Corona-Pandemie aber verschoben.

Und nun diese erneute Form von unerträglichem Vandalismus. Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter zeigte sich fassungslos angesichts des Ereignisses: „Solche Exzesse können und werden wir in unserer toleranten und offenen Zivilgesellschaft nicht dulden. Wieder einmal wurden die religiösen Gefühle von Menschen buchstäblich zertrümmert. Das lassen wir nicht zu“, äußerte Strotkötter gegenüber diese Zeitung.

Ein kleiner Lichtblick am Himmel tat sich bereits auf. Informiert durch die Presse meldete sich eine unabhängige Person aus der Stadt Mainz und versprach ihre Beteiligung an einer eventuell auszusetzenden Belohnung.

Ulrich Nilles

Foto: Friedhelm Kärcher

Nachtrag:


Am frühen Morgen des 14. Mai 2020 war der Korpus des Zöllerkreuzes erneut Opfer einer aggressiven Tat. Er wurde zum wiederholten Mal abgeschlagen „Als ich um 6.00 Uhr vorbeikam, war das Kreuz noch unversehrt“, berichtete ein Laubenheimer Bürger dieser Zeitung. Bei diesem Akt des Vandalismus auf das christliche Symbol handelt es sich bereits um die fünfte Zerstörung innerhalb von knapp zwei Jahren. Man kann nur hoffen, dass der/die Täter bald zur Verantwortung gezogen werden können.