HOCHHEIM

(hs) Alfred Spitzl verstarb am 4. Juni 2021 im Alter von 82 Jahren.

Er musste 1946 mit seiner Mutter, seinem jüngeren Bruder sowie der Großmutter und an­deren Familienangehörigen aus Krummau / Sudetenland – damals ein deutsches Gebiet in der Tschechoslowakei –­ fliehen. Sie wurden dort nach dem 2. Weltkrieg aus politischen Gründen ausgewiesen und landeten als Flüchtlinge in Hochheim. Hier fanden sie eine neue Heimat. Der Vater war im Krieg verschollen. Trotz Suchdienst über das Rote Kreuz konnte der Vater nicht ausfindig gemacht werden.

Erst Anfang der 60er Jahre erfuhr Al­fred, dass sein Vater noch lebte, in West-Berlin wohn­te und dort neuen Familienanschluss gefunden hatte. Alfred nahm den Kontakt auf und hatte viele Jahre eine herzliche Beziehung.

Im Jahr 1954 trat Alfred als 15 Jähriger in den Handharmonika-Spielring 1946 Hochheim ein und erlernte das Spiel der Handharmonika (ein diatonisches Knopfakkordeon). Kurt Herzberger aus Hochheim war damals der musikalische Leiter.

Alfred machte eine Lehre in Mainz, arbeitete später bei der Nassauischen Sparkasse, zuerst in Hochheim, dann in Frankfurt – bis zum Rentenalter.

Als 1964 der damalige Dirigent Josef Kolter wegen Krankheit längere Zeit ausfiel, über­nahm Alfred Spitzl als aktiver Spieler und 2. Vorsitzender des Vereins vorübergehend die Übungsstunden.

1985 wurde er der 1. Vorsitzende des Vereins und ist es bis zum Schluss geblie­ben.

1996 gab es eine Überraschung. Lieselotte Jarosch, die damalige Dirigentin des Vereins, hatte heimlich Kontakt zu früheren, langjährigen Orchesterspielern aufgenommen. Mit Liddy Adlon, Helmut Hück und Alfred Spitzl und Unterstützung von Lieselotte und Peter Jarosch gab es eine musikalische Einlage zur 50jähri­gen Jubiläumsfeier. Die drei Spieler wurden wieder aktiv und waren noch viele Jahre dem Ver­ein treu. Bis zum Schluss war Alfred noch unermüdlich bei allen Übungsstunden und Veranstaltungen dabei.

HANDHARMONIKA-SPIELRING 1946 HOCHHEIM