Das Einkaufsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert. Mehr und mehr setzen die Geschäfte auf den Vertrieb ihrer Produkte mittels Internet. Inzwischen ist es gang und gäbe, Social-Media-Kanäle zu nutzen. Dabei arbeiten ganze Abteilungen daran, beständig steigende Follower-Zahlen zu generieren und so sind beispielsweise Schnäppchen auf Mein Deal für Online-Shopper sehr beliebt. Doch die lokale Konkurrenz hält sich hartnäckig und ist nicht so einfach in den Schatten zu stellen, wie man glauben könnte.  In diesem Artikel werden die Vorteile und die Nachteile der beiden Shopping-Arten einander gegenübergestellt. Immerhin gibt es eklatante Unterschiede für den Verbraucher. Gemeinsam haben jedoch beide, dass sie versuchen den Konsumenten für sich zu gewinnen. Doch mit welchen Argumenten schmeicheln sie den Kunden? Betrachten wir diesen Umstand etwas genauer:

Die lokalen Geschäfte

Den größten Vorteil, den die lokalen Geschäfte bieten, ist wohl der, dass man dort die Ware nicht nur sehen, sondern auch anfassen kann. Bei Kleidung kann man die Hose oder den Pullover direkt anprobieren. Man weiß gleich, wie sich der Stoff anfühlt. Fühlt man sich wohl in dem Kleidungsstück? Schmeichelt es wohlwollend der eigenen Figur? Kaschiert es kleine Defizite und betont die Vorzüge, die man zu bieten hat? Passt die Größe oder sollte ich lieber eine Nummer größer oder kleiner kaufen? Es bietet sich sogar der Vorteil einer persönlichen Beratung durch einen qualifizierten Mitarbeiter.

Handelt es sich um Gegenstände oder Möbel, hat man die Größe gegenständlich vor Augen. Farbabweichungen gibt es hier nicht, denn man sieht die Farbe, wie sie tatsächlich ist. Zugestehen muss man hierbei, dass Farbe je nach den Lichtverhältnissen heller oder dunkler wirken kann. Aber dass sich ein Grün plötzlich als Blau entpuppt, ist hier eher selten.

Manchmal findet man, besonders in den kleineren Läden, handgefertigte Gegenstände von lokalen Kunsthandwerkern, die absolute Einzelstücke sind. Damit ist die Wahrscheinlichkeit höher, etwas ganz Individuelles, exklusives zu erstehen, das wirklich kein anderer besitzt. Nachteilig ist die Zeit, die man für den Weg zu dem Geschäft in Kauf nehmen muss. Ist man mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs, muss man einen geeigneten Parkplatz finden, der zumindest bei PKWs auch kostenpflichtig sein kann. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entfällt dieser Umstand zwar, jedoch wird im seltensten Fall der Bus oder die Bahn direkt vorm gewünschten Ziel anhalten.

Ebenfalls muss man an der Kasse anstehen, um den gekauften Artikel bezahlen zu können. Den Umweltaspekt darf man ebenfalls nicht vergessen, denn es werden Tüten benötigt, um den Einkauf nach Hause zu transportieren. Ein realer Laden verursacht dem Besitzer viele Kosten, wie Miete, Strom oder Personal, um nur einige zu nennen. Diese Kosten finden sich im Preis der Ware wieder, da kein Geschäft lange ohne Gewinn existieren kann.

Online Shopping enorm beliebt

Mit der fast flächendeckenden Vernetzung der digitalen Welt kann man bequem von jedem beliebigen Ort aus dem Shopping-Vergnügen frönen: Bequem von der Couch aus, gemütlich im Café, in der Pause am Arbeitsplatz – die Möglichkeiten sind unbegrenzt – vorausgesetzt, es gibt eine intakte Internetverbindung. Gibt man den gesuchten Begriff in die Suchzeile des Browsers ein, erscheint eine Vielzahl an Angeboten und Varianten, aus denen man das preiswerteste aussuchen kann. Oftmals kann man ganz direkt die Preise vergleichen.

Inzwischen setzen viele Plattformen Onlineberater ein, die man unkompliziert mittels Chat sofort erreichen kann. Meistens hat man zu Beginn mit einem sogenannten Chatbot zu tun, der ganz gezielt die häufigsten Parameter abfragt. Erst, wenn der Chatbot nicht weiterhelfen kann, gelangt man zu einem menschlichen Mitarbeiter. An der Kasse braucht man nicht anzustehen. Alles ist mit einigen Klicks bezahlt und erledigt. Einen weiteren Komfort bietet die Lieferung der Ware. Man braucht nur noch auf das Klingeln an der Tür zu warten. Sogar der Lieferstatus wird einem via E-Mail regelmäßig mitgeteilt. Man hat also stets Kontrolle darüber, wann der gekaufte Artikel eintreffen wird.

Zudem kann man ganz unkompliziert im Ausland shoppen. Die ganze Welt steht einem mit wenigen Klicks offen. Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. So entfallen zwar die Lagerkosten für die Anbieter, da sie die Artikel überwiegend vom Hersteller anfordern und gleich an den Kunden weiterleiten lassen, jedoch muss der Endkunde die Lieferkosten bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dort steht: kostenfreie Lieferung. Hier sind die Portogebühren bereits im Gesamtpreis mit einberechnet.

Umweltbedenken beim Online-Shopping

Zusätzlich könnten Zollkosten anfallen, wenn der gekaufte Artikel über Ländergrenzen hinweg seinen Weg zum Kunden findet. Ein weiterer zu beachtender Punkt beim Bezahlen ist, dass wir überall unsere Daten hinterlegen, wodurch wir es den Konzernen leichter machen, unser Konsumverhalten gezielt zu Marketingzwecken auszunutzen. Da nicht jeder Monitor auf Farbechtheit kalibriert ist, kann die reale Farbgebung sich deutlich von dem Foto auf dem Bildschirm unterscheiden.

Auch die Größenangaben, insbesondere bei Kleidung, sind oftmals nicht genau einzuschätzen, sodass viele Kunden inzwischen Artikel in verschiedenen Größen oder Farben bestellen. Zurückschicken und Umtausch sind ja ebenso bequem, wie das Shoppen an sich. Man muss sich auch nicht unbedingt an der Post anstellen, man kann das Paket einfach bei sich zu Hause abholen lassen.

Um die Ware intakt an ihren Bestimmungsort zu versenden, werden mitunter deutlich größere Kartons verwendet als benötigt wird. Hinzu kommt, dass diese mit jeder Menge Polstermaterial ausgefüllt werden. Überwiegend werden hierfür Kunststoffe verwendet, die für die Umwelt stark problematisch bezüglich ihrer Abbaubarkeit sind. Ebenfalls die verwendeten fossilen Brennstoffe, die für das Transportfahrzeug verwendet werden, sind bedenklich: der Diesel für das Schiff, LKW, Zug oder das Kerosin für das Flugzeug.

Welche Shopping-Art ist die sinnvollste und umweltfreundlichste?

Diese Frage lässt sich nicht ganz klar beantworten, wie man es erwarten würde. Letztlich entscheidet man sich nach seiner persönlichen Neigung.  Möchte man die Ware gegenständlich sehen, anfassen und legt Wert auf menschlichen Kontakt, dann sollte man das lokale Geschäft vor Ort bevorzugen.  Besonders, wenn man einen Laden des Öfteren aufsucht, so wie das früher ausschließlich möglich war, bilden sich häufig nette Kontakte zu dem Mitarbeiter aus, was einen angenehmen Umgang und ein wohliges Shoppingerlebnis garantiert.

Möchte man hingegen Zeit sparen und benötigt keine Beratung, weil man sich über Vergleichs- und Verbraucherportale informiert, kann bedenkenlos den Internethandel nutzen und sogar Artikel kaufen, die es nur in einem anderen Land gibt.