Annelen Scherer: „Das Café Malete hat mir Mombach näher gebracht“

Mombach – Ohne Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Doch was motiviert einen Menschen, ungezählte Stunden für die Allgemeinheit zu verbringen für Gotteslohn? Annelen Scherer ist eine solche Frau und sie weiß: „Der Lohn ist unendlich viel größer als man mit Geld bezahlen kann.“ Sie engagierte sich schon als Pressewartin bei der TGM, redigierte und layoutete die Vereinszeitschrift und bot Unterstützung bei der Einführung der EDV in der Mitgliederverwaltung.

Die Frau, die 2006 die Mainzer Carneval-Gemeinschaft gründete und ihr bis 2009 vorsaß, stellt sich auch alljährlich der Fastnachtsfeier im Alten- und Pflegeheim St. Bilhildis als Moderatorin zur Verfügung. Zurzeit ist sie allerdings viel im Café Malete im Caritas-Haus St. Rochus anzutreffen, denn da hat sie eine ganze Menge an Aufgaben übernommen. Und das ist längst nicht alles. Aus der Vielfalt lässt sich ein Schluss ziehen. Annelen Scherer beschäftigt sich gerne mit der Organisation, mit dem Schriftverkehr und der Kasse. Aber sie hegt auch eine große Leidenschaft für die Kunst. Daher hat sie zwar das Amt der Kassenwartin im Förderverein Mainzer Unterhaus in jüngere Hände gegeben, hält aber immer noch die Stellung als Stellvertreterin und Beisitzerin.

Im Café Malete nun fließen Organisationstalent und die Liebe zur Kleinkunst zusammen. Hier hat sie die Kulturveranstaltung „Lesungen – Musik – Kabarett zur Dämmerstunde“ ins Leben gerufen, kümmert sich um alle Details, die Akquise der Künstler, die Plakate, die Flyer mit den erläuternden Texten und sogar die Ansage. „Ich freue mich, wenn sich Künstler ehrenamtlich bereit erklären, für die Bevölkerung, ob jung oder alt, aufzutreten. Der jeweilige Abendtermin ist gewählt, um auch die Berufstätigen ins Café Malete zu locken, das keineswegs nur für Senioren da ist. Bekannte Namen wie Alice Hoffmann, Margit Sponheimer oder Elfi von Kalckreuth stehen da auf dem Programm. Als nächster gastiert Christian Pfarr am 21. September. Auch den Service im Café organsiert Scherer und sie befindet: „Wenn die Gäste glücklich sind über ihre gemütliche Kaffeerunde, bin ich es auch.“ Sie organisiert Ausstellungen wie die zum Jubiläum des Hauses St. Rochus, Feste, Jubiläen.

Verknüpfungen bieten sich an. Als die frühere Sekretärin und Disponentin im Ketteler-Kolleg noch Tennis spielte, war sie Schriftführerin im DJK-tennisverein Mainzer Sand, ihr Lebensgefährte Wolfgang Reif singt im MGV 1878. Da ist Annelen Scherer Pressewartin. „Ich bin Nachtarbeiter“, räumt die an der Mosel Geborene ein. So manche Nacht hat sie dem Ehrenamt zuliebe durchwacht. Annelen Scherer sieht sich reich belohnt: „Das Café Malete hat mir Mombach noch näher gebracht. Wenn ich durch die Straßen gehe, sehe ich Leute, die ich kenne.“