Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr am Erdbeerfest

Gonsenheim – So ist das in Mainz: War es im letzten Jahr noch eher ärgerlich für das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr, dass Jubiläumskonzert und Erdbeerfest auf einen Tag fielen, scheint das Zusammentreffen in diesem Jahr Absicht zu sein. „Konzert am Erdbeerfest“ lautete dann auch folgerichtig der Titel der Stunde mit anspruchsvoller Musik, die die Musiker unter Leitung von Nico Leikam in der TGM-Halle boten. Moderator Thomas Lehr sagte: „Die Kombination wurde bei unserem Jubiläum so gut angenommen, dass es vielleicht der Beginn einer wunderbaren Tradition ist.“ Humorvoll und gewollt auffällig suchte er immer wieder den Bezug zur Erdbeere, der im musikalischen Programm eigentlich gar nicht zu finden war. Doch hatte er weit mehr parat als die Erdbeer-Gags. Er erläuterte Entstehung und Bedeutung der Stücke.

Das Orchester startete mit „Fanfara e danza“ von Klaus-Peter Bruchmann. Nahezu bombastisch beginnt es, zart und zögernd schleichen sich die Flöten zu den Fanfaren, zwei Strömungen im Widerstreit vereinen sich im Verlauf zu einem reißenden Fluss. Sehr eindrucksvoll machte das Orchester die schwierig zu spielende Komposition deutlich.

Die Reisen der großen Entdecker Columbus, Magellan, Cabot und Verrazano hat Larry Neeck in „Voyage to the Edge of the World“ vertont. Eine kühne Einleitung führt treibenden Themen, die für die Unsicherheit und Anspannung der Reisenden steht. Ein lyrisches Thema stellt die Wunder der neuen Welt dar, was die Musiker wunderschön gestalteten bis zur Wiederholung des Anfangsthemas mit dem dramatischen Schluss. Sehr schnell ging es zu beim mexikanischen „Guadalajara“ von Pepe Guizar, bei dem das Orchester wie eine riesige Mariachi-Band agierte.

Luigi di Ghisallo hat die Gegensätze von fremdartiger Tradition und moderner Metropole in seiner Fantasie „Abenteuer in Tokio” fesselnd eingefangen. Thematisiert werden die Liebe zu einer Geisha und weitere Abenteuer bis zum Finale beim großen Buddha von Kamakura. Auch hier bewies das Blasorchester seine hohe Musikalität und sein präzises Können unter der sicheren Führung des Dirigenten, der die Vielfalt der vorhandenen Instrumente sicher in das ausgewählte Programm eingebaut hatte.

Unbedingt zum Frühling gehörte noch der Sound of Spring von Fritz Neuböck. Farbe und Abwechslung brachten die „African Symphony“ und ein Blues-Brothers-Medley. Lehr kommentierte: „Rock und Pop sind eigentlich für ein Blasorchester total ungeeignet, aber wir sind schmerzfrei.“ Experimentierfreudig, möchte man eher meinen, und so sah es wohl auch das Publikum und zollte mit lange währendem Applaus seinen Tribut an das großartige Orchester und die Musik.