Start Mainz-Laubenheim „Der Standort des Ärztezentrums ist eine Katastrophe“

„Der Standort des Ärztezentrums ist eine Katastrophe“

Laubenheim – Seine ersten offiziellen Auftritte hat er hinter sich. Der neue CDU-Vorsitzende in Laubenheim, Norbert Riffel, setzt auf Realismus statt aufs Träumen. „Gleich nach der Wahl hatten wir eine Klausurtagung mit Vorstand und Mitgliedern und haben das Programm für das laufende Jahr festgezurrt.“ So sei inzwischen das Parkfest äußerst erfolgreich verlaufen. Sein Hauptanliegen aber ist nicht das Feiern, sondern das Mitspracherecht der Bürger in Laubenheim. Riffel: Ich habe Leute um mich geschart, die etwas bewegen, Traumtänzer brauche ich nicht.“

„Wir sind ein Teil der Stadt und wir wünschen uns mehr Mitspracherecht im Ortsbeirat“, macht Norbert Riffel im Gespräch mit der Lokalen Zeitung auf seiner Terrasse am Rande des Rieds klar. „Mich erschreckt die Papierflut in den Gremien, es geht doch um die Menschen, die sehen wollen, dass sich etwas bewegt.“ Es habe Dinge gegeben, die seien nicht gut gelaufen. „Der Standort des Ärztezentrums ist eine Katastrophe, das Altenheim ist komplett abgehängt. Das hätte man im Vorfeld auf kleiner Bühne lösen müssen“, so Riffel zum Ost-West-Problem, das sich verstärkt hat. Der Standort der Kita am Jungstück sei eine Zumutung und eine massive Fehlentwicklung dazu. Früher hätte man sich um einen Platz für die Kita kümmern müssen, nicht jetzt, wo die Nachverdichtung nahezu abgeschlossen sei und die Außengrenzen nicht erweitert werden dürfen. Jahrelang sei aber Laubenheim das Stiefkind der Stadtverwaltung gewesen.

Riffel baut Getreide und Zuckerrüben an, aber: „Die Pferde sind meine Leidenschaft.“ Beide Töchter reiten sportlich und betreiben heute einen Pensionsstall. Was die Natur betrifft, hat der Landwirtschaftsmeister seine eigenen Ansichten. „Ich arbeite viel in und mit der Natur, aber alles Überzogene ist fatal.“ Es könne nicht sein, dass die Entwicklung in Laubenheim stagniere, weil hier ein paar seltene Vögel zu Hause seien. Fatal sei auch zu glauben, wenn man alles unter Schutz stelle, sei das gut für die Natur. Riffel hat erfahren, wo der Mensch eingreift, ist Chaos vorprogrammiert. Die Natur sei in stetigem Wandel: „Wer hätte gedacht, dass wir einmal 40 Störche haben würden!?“ Aus zwei Gänsepaaren seien ein paar Hundert geworden.

Die Politik hat Norbert Riffel mit der Muttermilch serviert bekommen, oder vielmehr hat Vater Hans sie ihm vorgelebt. „Ich habe mich von Kindesbeinen an mit Politik auseinandergesetzt“, so Norbert Riffel über seinen Werdegang. Dem Vater habe er bis jetzt den Vortritt gelassen. Nun, da sich dieser seit einiger Zeit eher zurückgezogen hat aus dem Ortsgeschehen, habe sich das mit dem CDU-Vorsitz so ergeben. „Nach reiflicher Überlegung konnte ich auch meine Frau überzeugen, denn ohne Rückhalt in der Familie geht es nicht.“