„Ein Meer von Blau“ und die Mainzer Unterwelt

Mombach – „Ein Meer von Blau“ beherrscht die Ausstellung in der Ortsverwaltung und fängt den Blick des Betrachters als erstes, nicht nur, weil es sehr groß ist. Da ist ein sakraler Raum, über dem Altar schwebt eine Taube, dort wo in christlichen Kirchen das Kruzifix zu finden ist. Gebrochenes Weiß und Blau, sehr viel Blau, eben ein Meer von Blau ist zu sehen. Es gibt auch keine weiteren Symbole, einzig die Taube im Zentrum scheint von Bedeutung. Den riesigen Raum möchte man mit Gedanken füllen und fragen: „Wo ist er bloß, dieser Raum, in dem der Friede wohnt?“

Zwei- und Dreidimensionales hat Gisela Hofmann für ihre Ausstellung „Mixed Media“ gewählt. Kohle-Rötel-Zeichnungen, Acrylbilder und Plastiken sind zu sehen. Die Mischtechniken sind teilweise neu wie die „Spuren in Silber und Weiß“, zwei abstrakte Kompositionen, die in Spachtel-Technik auf Leinwand aufgebracht und mit Metall kombiniert sind. Neu sind auch die Fotografien und die Skulpturen aus Drahtgeflecht, Alufolie, Spachtelmasse und Sand. Ein Beispiel dafür ist die „Posthorn-Schnecke“, in ihrer gewundenen Form sehr lebendig wirkend. Hier setzt Gisela Hofmann ihre bereits bekannten Lieblingsformen und -farben in einer anderen Materialauswahl fort und entwickelt die Grundgedanken von Leben, Erde und Wasser, von Natur, weiter.

In den Fotografien findet man zerstörtes Glas zur Kunst erhoben oder sehr realistische Objekte wie das Geiger-Fränzchen, eine Orchidee oder eine fleischfressende Pflanze, so man sie vor dem geistigen Auge hat. Die Wirkung ist dennoch eine andere, intensivere als im normalen Leben. Die Taube aus dem sakralen Raum findet sich wieder in Speckstein gearbeitet, dem Material, das Hofmann bislang bevorzugt hat. Hier arbeitet die Künstlerin heraus, „was der Stein bereits enthält“, abstrakte Objekte, Menschen oder Tiere.

Ganz neu kommt die Mainzer Unterwelt in mehreren Werken daher. Die Bilder wirken, als seien sie in Öl gemalt. Hier hat Hofmann in Nass-in-Nass-Technik die Acryl-Farbschichten aufgetragen und erreicht damit Tiefe und Lebendigkeit. Selbst sagt sie dazu: „Die Reflexe und die Lichter haben mich fasziniert.“

Zwei Akte auf Seidenpapier ziehen die Betrachter an, oder das Bild „Christliche Symbole – damals und heute“. Die Materialien: Acrylfarbe, Papyrus und Wüstensand. Dreidimensionale Bilder markieren den Übergang zur Plastik wie „Am Ball bleiben“ und „Verbundenheit“.

Das Projekt „Kultur vor Ort“ in Mombach, in dessen Rahmen auch die aktuelle Ausstellung gehört, hat Gisela Hofmann 2013 gestaltet und umgesetzt. Seitdem präsentiert sie vier bis fünf Künstler mit ihren Werken jährlich im früheren Sitzungssaal der Ortsverwaltung. Die Ausstellung „Mixed Media“ kann noch bis zum 10. Oktober besichtigt werden. Am 10. Oktober findet auch eine kleine Finissage von 15 bis 18 Uhr statt.