Finther Bürgerhaus ist im Zeitplan

Finthen – Kaum Fragen kamen von den Einwohnern, nachdem Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) den aktuellen Stand zum Bürgerhausbau in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates mitgeteilt hatte. Der „Dezernent für alle möglichen Sachen“, wie Ortsvorsteher Herbert Schäfer (CDU) den Bürgermeister titulierte, sagte: „Wir sind im Zeitplan, innen wird das Gebäude erst entkernt, dann kommt die Schadstoffanalyse. Im September kommen wir wieder und dann kann auch der Ortsbeirat eine Empfehlung aussprechen.“

Erst in der nächsten, also Planungsphase 3, bekomme man die Zahlen. Das werde noch spannend, denn die fünf Millionen Baukosten dürften nicht überschritten werden. Im Erdgeschoss bis ins erste hineinreichend der Höhe wegen befindet sich der Saal mit einer erweiterbaren festen Bühne, eine beleuchtete Mittelachse dient als Foyer. Weiter gibt es einen Übergang zur Ortsverwaltung und den Sitzungssälen sowie eine Cateringküche. Im ersten Obergeschoss befinden sich dann noch kleinere Sitzungsräume von 25 bis 60 Quadratmetern. Im Unterschoss stehen Lagerkapazitäten zur Verfügung. Die sechsgruppige Kita wird entgegen erster Überlegungen in einem gesonderten Bau erstehen und zwar baugleich mit der Hechtsheimer Kita. „Das erspart enorm Kosten“, so Beck.

Dass Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) die vom Ortsbeirat geforderte Umgehungsstraße aus Naturschutzgründen abgelehnt hat, bringt Willy Wagner in Rage. „Euphorie für Naturschutz, aber null Empathie“ hat der CDU-Fraktionssprecher sein Statement überschrieben, das er im Ortsbeirat abgab. Wagner: „Wir akzeptieren diese Entscheidung nicht. Die Gesundheit der Bevölkerung hat zumindest den gleichen Stellenwert wir der Naturschutz.“

Die SPD möchte, dass der Finther Ortskern in seiner typischen Bauweise mit den Backstein- und Natursteinhäusern erhalten bleibt. Deshalb ging der Antrag an die Stadtverwaltung, eine Erhaltungssatzung dafür zu entwerfen. Ins Auge stechende Fehlplanungen wie die Gestaltung des Rewe-Parkplatzes in der Poststraße gäben Beispiel, dass es so nicht weitergehen soll. Volker Wittmer (Grüne) entgegnete: „Nur weil ein Haus alt ist, ist es noch nicht historisch und erhaltenswert. Wir könnten den Antrag unterstützen, wenn es ein Prüfantrag wäre.“ Das ließ sich machen, aber auch andere wie Uta Schmitt (CDU) wollen keine Denkmalzone, stimmten aber zu, dass die baulichen Eigenheiten erhalten bleiben sollen. Der Prüfantrag wurde einstimmig verabschiedet.