Gerz: Innovative Methode der Phosphatgewinnung ohne Verbrennung

Mombach – Die Bürgerinitiative „Kein Klärschlamm für Mainz“ nimmt Stellung zur Pilotanlage der Firma „Budenheim“, die ein Verfahren zur Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm an der Mainzer Kläranlage testet. Das so gewonnene Phosphat kann als hochwertiger Dünger an die Landwirtschaft verkauft werden. In der Vergangenheit wurde der phosphathaltige Klärschlamm direkt an die Landwirtschaft als Dünger weitergegeben, durch die zunehmende Verunreinigung von Klärschlamm insbesondere aus Ballungsgebieten soll dies zukünftig unterbunden werden. „Das Verfahren zeigt unserer Ansicht nach eine innovative Methode, um Phosphat aus Klärschlamm zu gewinnen, ohne dass der Klärschlamm verbrannt werden muss“, so der Sprecher der Bürgerinitiative, Ralf Gerz. „Ob dieses Verfahren tatsächlich auch wirtschaftlich dargestellt werden kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.“

Gleichzeitig bekräftigt die Bürgerinitiative ihre Kritik an der geplanten Verbrennung. Die zukünftige Betreiberfirma der Klärschlammverbrennung, der Mainzer Wirtschaftsbetrieb sowie das Mainzer Umweltdezernat lullten in der Vergangenheit die Mainzer Stadträte mit dem Argument der Phosphatrückgewinnung nach der Verbrennung regelrecht ein. „Dass nun ausgerechnet an der Mainzer Kläranlage ein Verfahren zur Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm vor der Verbrennung getestet werden soll, zeigt, wie einseitig die „Verkaufsstrategie“ an die Mitglieder des Stadtrates war“, so Gerz.

Geplant ist, den nassen Klärschlamm (ca. 150.000 t*) aus halb Rheinland Pfalz zur Mainzer Kläranlage zu bringen, ihn dort zu trocknen (auf ca. 37.000 t*) und zu verbrennen und die Asche (ca. 16.000 t*) nach Kaiserlautern zu bringen, um sie dort zu deponieren. Sobald ein wirtschaftliches Verfahren zur Phosphatrückgewinnung aus der Asche gefunden worden ist, soll die Asche entsprechend verwertet werden. Gerz: „Sollte das Budenheim-Verfahren erfolgreich sein, wäre die Mainzer Strategie, die Asche zu deponieren und eventuell daraus Phosphat zu gewinnen falsch und würde hohe Gebührenabgaben für die Mainzer Bürgerinnen und Bürger produzieren.“

„Wir sind sehr beeindruckt von der Innovationskraft des Verfahrens, wertvolles Phosphat aus dem nassen Klärschlamm zu gewinnen. Aber: Wir fragen uns, ob es nicht sinnvoller ist, anstelle der Wertstoffe die Schadstoffe aus dem Klärschlamm zu entfernen und entsprechende Verfahren zu entwickeln“, schlägt Gerz vor. Der so gereinigte Klärschlamm kann dann, wie in der Vergangenheit auch, der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden, um die Böden zu düngen. Dies wäre ein sinnvoller, ökologischer und kostengünstiger Kreislauf. Auf die Verbrennung des Klärschlamms, mit allen seinen gesundheitsschädlichen Aspekten, kann dann verzichtet werden.

„Da der komplette Verbrennungsvorgang wegfallen würde, wäre dies auch eine kostengünstige Alternative“, ist Gerz sich sicher. Der gereinigte Klärschlamm kann direkt von den landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort an jeder Kläranlage abgeholt werden, lange Transportwege können somit vermieden werden. Der Sprecher der Bürgerinitiative ist überzeugt: „Eine Verbrennung von Klärschlamm ist weder öko noch logisch und belastend für die Gesundheit und den Geldbeutel der Bevölkerung.“