Hechtsheimer Chor Sound Connection reißt das Publikum von den Stühlen

Hechtsheim – Sie leben die gesungene Ökumene, die 40 Sängerinnen und Sänger des Hechtsheimer Chors Sound Connection. Und sie tun Gutes. Das Benefizkonzert in der evangelischen Kirchengemeinde etwa war für die Kinderkrippe der evangelischen Kita bestimmt. Soweit schien nichts Ungewöhnliches dabei zu sein.

Doch als der Chor mit seinem Dirigenten Markus Brückner den voll besetzten Kirchenraum in der Lion-Feuchtwanger betritt und sie gemeinsam loslegen, ist erst mal Erstaunen angesagt, Erstaunen über die Fülle, die Präzision und die Art, wie die Lieder dargebracht werden. Da vergisst man leicht, dass es sich um einen Laienchor handelt.

In sieben Blöcke ist das Programm unterteilt, geboten werden Spirituals und Gospels, die Moderator Peter Orth historisch und theologisch erläutert. Beim ersten Stück „I´m gonna sing“ schnippen die Sänger locker mit den Fingern, um dann in einen vielstimmigen Gospelsong einzutauchen, beseelt vom Heiligen Geist dem Text und auch dem Anschein nach. Der letzte Ton klingt wie von einer Glocke, die angeschlagen wird, und auch den produzieren sie gemeinsam. „Ein Lied, das wie ein Ausrufezeichen über unserem Chor steht“, kommentiert Orth.

Lieder der Freiheit, wie sie einst die Sklaven in Amerika gesungen haben auf der Suche nach Gott, folgen. Dabei agiert Dirigent Markus Brückner geschmeidig mit dem ganzen Körper, federt, singt, breitet die Arme aus und benutzt sie wie Windmühlenflügel. Er scheint völlig in der Musik aufzugehen und vereint sich mit dem Chor zu einem einzigen großen Klangkörper. Als er nach einigen Stücken für „Lean on me“ zum E-Piano schreitet und die ersten Töne erklingen lässt, erfährt das Konzert noch eine deutliche Steigerung. Dort bleibt er für den weiteren Teil und steuert mit den Sängern auf einen grandiosen Schluss zu.

Wow, ein Wahnsinnstyp! Wer ist dieser Mann, und was hat er mit dem Chor gemacht, fragt man sich, dass dieser so glockenklar singt und in der Vielstimmigkeit Geist und Seele anspricht.

Weitere Facetten an Gospels und Spirituals kommen durch Peter Orth zur Sprache und durch den Chor zu Gehör. Die alten Lieder aus der afrikanischen Heimat wie Gabi, Gabi oder Siyahamba sind besonders eindrucksvoll dargebracht. Die Version von „You don´t habe to move that Mountain“ ist bluesbetont und sicher einzigartig in dieser Interpretation. „Wade in The Water“, geh ins Wasser im Vertrauen auf Gott, „Shout to the Lord“ und das anrührende „From a Distance“ singt der Chor und folgt dem Dirigenten, wohin er ihn führt. Das Publikum ist restlos begeistert und klatscht ohne je wieder aufhören zu wollen. Super. Zugabe? Na, klar.