Heimleiter Stefan Stöppler: „Bei mir ist die Tür immer offen“

Finthen – Bevor Stefan Stöppler seinen Dienst als Einrichtungsleiter im letzten Oktober antrat, hatten mehrere Vorgänger im Pro Vita Seniorenheim relativ schnell gewechselt. Daher gehört er schon jetzt zu den „alten Hasen“ und er will auch noch länger bleiben, vielleicht bis zur Rente. Jetzt ist der Frankfurter 57 Jahre alt und er sagt zu seinem Konzept: „Bei mir ist die Tür immer offen, und ich habe für alle ein offenes Ohr, ob für Mitarbeiter, Bewohner oder Angehörige.“ Und vor allem eins will er erreichen: „In drei Jahren soll das Haus ein Selbstläufer sein. Wir sind auf einem guten Weg.“

Wer einmal negativ die Schlagzeilen beherrschte, hat lange daran zu knabbern. Diesen Makel, obwohl er nicht mehr bestehe, will Stöppler aus den Köpfen ausräumen. „Es hat sich viel geändert. Das Haus ist offen und kommunikativ.“ Doch werde er sich bemühen, es noch mehr nach außen zu öffnen und weiter einen engen Kontakt zum Förderverein zu halten. Was er noch braucht: Noch mehr Pflegekräfte, die sehr schwer zu finden seien. Immerhin kommt Stefan Stöppler selbst aus der Pflege und weiß, welche Anforderungen gestellt werden und was alte Menschen in ihrer Situation am meisten benötigen. Neben der sorgfältigen Pflege ist das aber auch Zuwendung. Morgens liest er als erstes die Zeitung, dann geht er durchs Haus, begrüßt alle. „Ich komme jeden Tag gern hierher. Wenn ich mal einen oder zwei Tage frei habe, fragen die Bewohner schon nach mir.“

Die Fachkraftquote sei zwar erfüllt, aber Stöppler hätte gern mehr. Eine Auszubildende sei jetzt fertig und eine weitere Fachkraft habe einen Vertrag zum Oktober. Eine dritte Frau, die als Pflegehilfskraft begonnen hatte, sei jetzt Wohnbereichsleiterin. Drei Wohnbereiche gibt es. Am Bewerbertag sollen weitere Kräfte akquiriert werden. „Das sind Punkte, die für unser Haus sprechen“, weiß Stöppler.

Um eventuellen Missständen vorzubeugen, fordere er alle, Bewohner und Angehörige auf, sich sofort bei ihm zu melden, sollte ihnen irgendetwas auffallen, was nicht richtig laufe. Das Haus sei von der Lage her traumhaft und selten habe er eine so schöne Einrichtung gesehen – mit dem Innenhof, dem Garten, den Terrassen.

Dass Stefan Stöppler als Altenpfleger ins Berufsleben gestartet ist, kann der Vater von zwei erwachsenen Kindern nur so erklären: „Ich hatte immer schon ein Faible für Kinder und alte Menschen.“ Über die Pflegedienstleiterausbildung ging es weiter zur Fachschule, wo er Betriebswirt mit Schwerpunkt Finanzierung wurde, fünf Jahre war er in der Erwachsenenbildung tätig, dann zog es ihn in die Pflege zurück und er leitete verschiedene Einrichtungen.