HASSLOCH – Der Haßlocher Brauchtumsverein „Mir Haßlischer“ hatte am Samstag, 10. Februar, mit seiner Haßlischer Ebbelwoisitzung – die nunmehr im 25. Jahr veranstaltet wurde – im kath. Pfarrgemeindezentrum ein wahres Feuerwerk närrischer Stimmungsbringer auf die Bühne gezaubert. Das 4-farb-frohe Outfit der Narrhalla und vor allem auch das Bühnenbild stellten dabei den richtigen Rahmen dar, da es zeigte, dass man in Haßloch die Kirche gerne im Dorf lässt und das „Weihwasser“ – mit dem sich Kirchturm und Wappenhase zuprosten – am liebsten aus dem Bembel fließen lässt.
Das Motto der Haßlischer Ebbelwoisitzung lautete in diesem Jahr dem Jubiläum geschuldet: Traditionell, doch immer neu: 25 Jahr Fassenacht beim Ebbelwoi!
Gleich zu Beginn konnten die Haßlocher Ebbelwoinarren mit einer üppigen Vesperplatte – die ebenso wie das Stöffsche im Pauschalpreis eingeschlossen war – für die rechte Grundlage sorgen.
Kräftige Stimmung kam bereits beim Begrüßungsvortrag von Friedel Roosen auf, der so manchen Seitenhieb oder Ratschlag für Politiker parat hatte. Er führte auch als Sitzungspräsident das närrische Komitee an und geleitete das Publikum locker durch das opulente Programm des Abends.
Die tolle Stimmung setzte sich fort, als im „Tante Emma Laden“ – einem schon traditionellen Bühnenspiel – mit Uschi Kaus, Elisabeth Roosen, Norbert Kerz und Erika Heidenreich „auf Teufel komm raus“ Dorftratsch freudige Urstände feierte.
Annika Neuhausen trat als Barbie-Girl in die närrische Rostra und begeisterte mit ihren Erlebnissen ihr Publikum. Hartmut Hummel setzte den Reigen der Büttenreden höchst amüsant und lachmuskelstrapazierend als „Wirtin von der Gut Stubb“ fort. Günter Hentrich und Wolfgang Bogatzki – als „Günni und Bogy“ bekannt – berichteten von ihrer unglaublichen, mit vielen Knüllern gespickten, Reise auf dem Traumschiff die den Reigen närrischer Raketen auslöste. Als zwei grandiose närrische Allzweckwaffen lösten „die Ebbelwoi-Botschafterinnen“ Ute Späth-Winter und Madelaine Kath abschließend mit einem wahren Brillantfeuerwerk an Schalk und Witz wahre Lachsalven aus.
Auch die grün beschürzten Haßlischer Bembelsänger Alfred Breidert, Ottmar Daum, Hartmuth Hummel, Hans Kraft, Friedel Roosen, Jürgen Schilling und Philipp Seibert wussten ihr Publikum mit stimmungsvollen Ebbelwoi, Mundart- und Stimmungsliedern zu begeistern und mitzureisen. Bei vielen Liedern sangen die Narren in der Rostra an diesem Abend die Refrains der Bembelsängerlieder kräftig und begeistert mit.
Die Ebbelwoisitzung war aber auch mit bezaubernden und zum Teil wahrhaft atemberaubenden Ballettauftritten bestens gewürzt. Der Opener der Ballettauftritte oblag dem Haßlocher Männerballett „Schlampenfieber“, das gekonnt mit „dem Schmuh des Manitou“ beste Laune von der Fastnachtsbühne aus verbreitete (Stefan Ulrich, Andreas Zahn, Thorsten Nitschke, Reinhard Schuller, Gerhard Kraft, Gerhard Fritsch, Ehrfried Höfler und Ulrich Breser). Weiter ging es mit dem Auftritt der Haßlocher Showtanzgruppe „Starlight“ (Petra Breser, Conny Zollmann, Doris Elsener, Gloria März, Silke Renker, Susanne Nitschke, Marina Rüdiger und Susanne Zahn) die ihr Publikum mit einem tollen „Rio-Showtanz-Medley“ förmlich mitrissen. Die Haßlocher Kerweborsch gewährten einen spektakulären Einblick in ihre „Mitternachtsshows der Kerb“. Das Publikum war auch von den „Stampesbienchen“ des Bischofsheimer Carneval-Vereins begeistert, die unter dem Motto „Bei uns ist der Zirkus zu Gast“ das Publikum als Clowns auf eine tolle Traumreise mitnahmen. Die Dancing Devils, das Männerballett des Bischofsheimer Carneval-Vereins, nahmen das Publikum mit ihrem phantastischen Tanz auf eine Zeitreise durch die Musikgeschichte mit. Das Thema „Zirkus auf dem Jahrmarkt“ wurde von den „Dancing News“ der Bauschheimer Narrenzunft höchst phantasievoll, bunt und tänzerisch perfekt umgesetzt. Im Anschluss zeigten die Mädels des Tanzcorps der Bauschheimer Narrenzunft einen schmissigen Gardetanz, der beim Publikum seinen Widerhall in heller Begeisterung fand.
Der Alleinunterhalter Reiner Nies begleitete die Sitzung musikalisch stimmungsvoll durch den Abend und rief nach einigen Schunkelrunden zum großen Finale mit Polonaisen und Stimmungsmusik auf. Spätestens danach war allen anwesenden Närrinnen und Narrhallesen klar, dass „Mir Haßlischer“ wieder einmal eine tolle Fastnachtssitzung auf die Beine gestellt hatte.
Im Verlauf der Veranstaltung verkündete Friedel Roosen, dass der Verein Mir Haßlischer nach nunmehr 25 Jahren „Närrischer Ebbelwoisitzung“ ab dem kommenden Jahr ein neues, etwas kleineres Fastnachtsformat ins Auge fassen möchte. Nachgedacht werde derzeit über „Närrische Ebbelwoiproben“, die ab 2019 exklusiv im Vereinsheim bei Mir Haßlischer stattfinden und erneut die Narren rund um Haßloch begeistern sollen.

Friedel Roosen