GINSHEIM-GUSTAVSBURG – 160 gemeinnützige Organisationen bewarben sich 2018 bei digital.engagiert, einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband. Knapp 10% wurden ausgewählt – darunter die Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V. „Hochspannend, informativ und unterstützend“ – so erlebt Sonja Ritz, die Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V. die Vernetzung der 15 Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen, Zeit und Kosten einsparen und wir wollen mehr Zeit gewinnen für Begegnungen und Gespräche mit den Tafelbesuchern.“
Für Buchhaltung, Mitglieder-, Kunden- und Spendenverwaltung hat die Tafel bereits digitale Lösungen gestartet. Die sozialen Medien befinden sich im Aufbau. Damit gehört die Ginsheim-Gustavsburger Tafel zu den Vorreitern der Digitalisierung. Laut einer repräsentativen Unternehmensbefragung von Stifterverband und Bertelsmann Stiftung ist bundesweit nicht einmal jedes zehnte gesellschaftlich engagierte Unternehmen (8%) zum Thema Digitalisierung aktiv.
Aktuell plant die Tafel in der Mainspitze eine Online-Plattform zur Organisation und Vermittlung von Möbelspenden an Bedürftige. Tafelkunden wählen anhand von Fotos die gewünschten Möbel aus und stimmen online Abhol- und Liefertermine ab. Das Angebot wird so für alle transparent und übersichtlich. Eingespart werden Arbeitszeit, Fahrt- und Lagerraumkosten. Die fertige Plattform wird den Tafeln im Bundesverband, der Stadt Ginsheim-Gustavsburg und weiteren Interessierten zur Verfügung gestellt.
Doch damit nicht genug. Über die vom Stifterverband und Amazon organisierte Qualifizierung und den Informations- und Erfahrungsaustausch kommen neue Ideen hinzu. Spendensammlung und die Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter, das sind Themen, die demnächst digital angegangen werden.
Aktive Unterstützung findet die Tafel bei der Geschäftsführerin der TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründungszentrum GmbH in Gustavsburg. „Ich engagiere mich für die Tafel, weil hier Nachhaltigkeit konkret gelebt wird. Die Tafel setzt der Wegwerfmentalität und der Verschwendung von Ressourcen – seien es Lebensmittel, Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte – konkrete, sinnvolle Alternativen entgegen.“ Gründerfirmen im TIGZ stehen mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch die Geflüchteten aus dem TIGZ Projekt zur Arbeitsmarktintegration sind dabei. Einige sind schon seit längerem aktive Helfer bei der Tafel. Denn: Sie wollen etwas davon zurückgeben, was sie in Deutschland bekommen haben.

Ginsheim-Gustavsburger Tafel e.V.