FLÖRSHEIM/TREBUR – Pünktlich zum Beginn des Konzertes um 14 Uhr kam die Sonne durch die Wolken. Das war am Sonntag, den 25. März. Ort des Geschehens: Der ‚Treburer Oberwald‘, südöstlich vom Flughafen, in der Nähe des Langener Waldsees. Hier sollen, nach dem Willen des Flughafenbetreibers Fraport, demnächst wieder mehrere Hektar geschützter Bannwald abgeholzt werden. Für eine neue Autobahnzufahrt zum geplanten Terminal 3.
Ein knappes Dutzend junger Menschen lebt dort seit mehr als drei Monaten. Auf dem Waldboden in kleinen Zelten, überwiegend aber hoch oben in den Bäumen auf selbst gebauten hölzernen Plattformen. Und das auch, als die Außentemperatur dort bei mehr als 10 Grad unter Null lag. Mit dieser symbolischen Besetzung der Bäume wollen sie verhindern, dass diese abgehackt werden. Um die Waldbesetzer moralisch und finanziell zu unterstützen, fand dieses Solidaritätskonzert statt. Natürlich ‚unplugged‘, also ganz ohne Einsatz irgendwelcher elektronischer Hilfsmittel. Darauf legten die drei Musiker Bodo Kolbe, Ralf Baitinger und Bernd Pirner großen Wert. Begleitet von fetziger Musik besangen sie das Alltagsleben von Otto Normalverbraucher im Hessischen Ried. Dabei spielten ‚Kadoffele‘, ‚Schparschel‘ und ‚Flaaschworscht‘ eine wichtige Rolle. Bei den mehr als 200 Teilnehmern kam das natürlich gut an.
Der BUND aus Flörsheim war mit Jürgen Krichbaum und Bernd Zürn vertreten. Auf zum Teil aufgeweichten Waldwegen waren die beiden zu der Veranstaltung geradelt. Dort trafen sie auf die Vertreter eines ganz breiten Bündnisses aus der gesamten Region. Gemeinsam lauschten sie der aufrüttelnden Rede von Dirk Treber, dem Sprecher der „Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms“ (IGF). Er machte darin seine Enttäuschung über die schönen Sonntagsreden unserer Politiker ebenso deutlich wie die unvorstellbaren milliardenschweren Subventionen des extrem umweltschädlichen Luftverkehrs. „Solange das Böse und der rücksichtslose Egoismus stärker ist als Vernunft und Einsicht werden wir zu den Verlierern gehören“, so die wenig hoffnungsvolle Erkenntnis vieler Teilnehmer an diesem Sonntagnachmittag.

Bernd Zürn