Ginsheim-Gustavsburg. Zu einem Besuch kam der Bundestagsabgeordnete Stefan Sauer (CDU) in das Kinder- und Jugendhaus Gustavsburg, um darüber zu informieren, wie die Initiative zum „Red-Hand-Day“ in der Hauptstadt Berlin aufgenommen wurde. Tillmann Klopp, der zurzeit sein freiwilliges soziales Jahr im Kinder- und Jugendbüro absolviert und die Aktion mit den Kindern durchgeführt hatte, berichtete bei dem Pressegespräch über die Hintergründe des Projekts. „Wir haben uns im Kindertreff intensiv mit dem Thema ,Kindersoldaten‘ auseinandergesetzt“, sagte er. Als Zeichen ihrer Solidarität mit Kindern, die in manchen Ländern schon im frühen Alter zum Dienst an der Waffe gezwungen werden, hätten die jungen Schülerinnen und Schüler des Kindertreffs ein Plakat mit roten Handabdrücken gestaltet, das Stefan Sauer in seinem Büro in Groß-Gerau im Februar dieses Jahres mit der Forderung an die Politik, dem Einsatz von Kindersoldaten ein Ende zu setzen, übergeben worden sei. Sauer sei dem Wunsch sofort nachgekommen, sich der Initiative anzunehmen und bald darüber zu informieren, was damit erreicht werden konnte. Das Anliegen der Kinder habe er mit nach Berlin genommen und die Unterlagen der Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Maria Flachsbarth, übergeben, sagte Sauer, der als Abgeordneter auch Mitglied des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist. Die Kinder erfuhren jetzt aus erster Hand, dass etwa 250.000 junge Menschen auf der Welt heute noch für den Krieg missbraucht würden und dass die Bundesregierung sich mit verschiedenen Maßnahmen der Friedensarbeit und Betreuung von betroffenen Kindern engagiert. Insgesamt habe die Regierung aus dem Friedensfonds bisher 163 Millionen Euro für diese Hilfeleistungen eingesetzt, davon die größten Beträge für Maßnahmen im Kongo (76,1 Millionen Euro) und in Liberia (63,7 Millionen Euro). Für den Zeitraum von 2017 bis 2020 seien weitere 11,9 Millionen Euro Ausgaben geplant. Auch das Auswärtige Amt unterstütze diese Arbeit mit finanziellen Mitteln.
Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha lobte die Aktion des Kindertreffs: „Ich finde das ganz toll, wie Ihr euch Gedanken um die betroffenen Kinder macht, obwohl wir hier weit weg von den Krisengebieten in Frieden leben“. Es sei aber sehr wichtig, sich vor Augen zu führen, wie schlimm es sei, dass Kinder sich mit Kriegswaffen beschäftigen müssen. Um immer daran zu denken, wird im Kindertreff nun eine große rote Hand aufgestellt, die von den Kindern und Betreuern anlässlich des Besuchs von Stefan Sauer gebastelt wurde.

Sandra Röder
Stadt Ginsheim-Gustavsburg