Rüsselsheim. Die vergangenen Wochen zeigten wieder einmal überdeutlich, dass der Fluglärm über Rüsselsheim immer unerträglicher wird. Zum „alltäglichen“ Lärm kamen die ständigen Überschreitungen der Nachtflugbeschränkungen hinzu: Landungen bis 23:45 Uhr. Ursache dieser häufigen Verstöße ist die Politik der Fraport, das „erfolgreiche“ Anwerben der so genannter Billigflieger und deren Geschäftsmodell: möglichst viele Umläufe pro Maschine. Also nicht dreimal am Tag mit dem gleichen Flugzeug von hier nach dort, sondern viermal. Verstöße gegen die Nachtflugbeschränkungen sind dann zwangsläufig und haben nebenbei eine „Eisbrecherfunktion“ zur Aufweichung des auch von der Fraport ungeliebten Nachtflugverbots.
Marianne Flörsheimer, Dezernentin für Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung, Lärmabwehr und Klimaschutz erklärt dazu: „Ich erwarte von der Landesregierung ein schnelles und hartes Vorgehen gegen die ständigen Verstöße. Insbesondere erwarte ich Sanktionen über eine „Gewinnabschöpfung“, das heißt Strafzahlungen in Höhe der durch die jeweiligen Fluggesellschaften beim Verstoß eingefahrenen Gewinne durch Vermeidung von Entschädigungszahlungen und Übernachtungskosten für die Passagiere – wie dies beispielsweise am Hamburger Flughafen beabsichtigt ist. Hier geht es schnell um Strafen in fünf- bis sechsstelliger Höhe – eine Sprache, die vielleicht verstanden wird.“

Gabriele Wacker
Stadt Rüsselsheim am Main