Rüsselsheim. Es war ein großer Bahnhof in der Rathaus-Rotunde, und damit etwas, das er nie mochte. Aber die Rüsselsheimer Sportwelt und viele Kooperationspartner ließen es sich nicht nehmen, den Fachbereichsleiter Sport und Ehrenamt Robert Neubauer gemeinsam in den Ruhestand zu verabschieden. „Wir lassen ihn ungern gehen. Denn er hat als guter Netzwerker gezeigt, wie die Verwaltung, die Vereine und das sportliche Ehrenamt ausgezeichnet zusammenarbeiten können“, würdigte Oberbürgermeister Udo Bausch den scheidenden Fachbereichsleiter. Rund 38 Jahre lang war Neubauer in Diensten der Stadt Rüsselsheim am Main tätig. Seine Laufbahn begann jedoch an anderer Stelle der Verwaltung. Neubauer war gelernter Sozialarbeiter und absolvierte Ende der 70er Jahre sein Jahrespraktikum bei der Stadt. Anschließend war er als Sozialarbeiter für die städtische Jugendförderung tätig. Ein Pfund an sozialer Kompetenz, mit dem er später im Sportamt wuchern würde. „Es hat mich nach dem Wechsel in den Sportbereich gelassener gemacht. Denn wenn es auch später Probleme im Beruf zu meistern galt – nichts davon war wirklich lebensbedrohlich“, sagte Neubauer in seiner Abschiedsrede. Gemeinsam mit dem damaligen Amtsleiter Dieter Nachtigall war seine oberste Maxime „Wir wollen den Sport fördern und ihn nicht verhindern“. Als Neubauer 1993 als stellvertretender Amtsleiter ins Sportamt wechselte, hatte er sich zunächst einmal mit seiner Familie besprochen. „Ich war mir bewusst, wie viele Termine an den Abenden und an Wochenenden stattfinden würden. Und ich war froh, dass meine Frau und die Kinder dies mitgetragen haben. Sport hat mich immer begeistert, und ich war wahrscheinlich der einzige Sozialarbeiter im Haus, der immer den Kicker gelesen hat“, erklärte Neubauer im Rückblick. Im Jahr 2002 schied Amtsleiter Nachtigall aus Altersgründen aus. Nach einer Übergangszeit mit Bewerbungsverfahren begann dann für Robert Neubauer die Leitungstätigkeit. Aus dem klassischen Sportamt, das in der Verwaltung immer schon exotisch war und viele sportliche Highlightveranstaltungen durchführte, entwickelte sich nach und nach der Fachbereich Sport und Ehrenamt, in dem neue Aufgaben hinzu kamen. Serviceorientiert war der Fachbereich immer, und Neubauer war sich auch nicht zu schade, einmal morgens zu früher Stunde eine Halle aufzuschließen. Wenn der Sportbetrieb dies erforderte, war er da. Seine unkomplizierte Art, mit der er auf ständig wechselnde Anforderungen flexibel reagierte, taten dem Sport und den Aufgaben gut. Und so fanden der Vorsitzende des Rüsselsheimer Sportbunds Peter Kreutzer und Vereinsvorsitzende viele lobende Worte für Neubauer. Neubauer ist verheiratet. Seine spätere Frau, Marion Loose, lernte er bei seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter in der Stadtverwaltung kennen. Die Familie hat zwei Kinder.

Gabriele Wacker
Stadt Rüsselsheim am Main