Also ich finde es lustig, zu beobachten, was sich der Handel so alles einfallen lässt, um Geld zu verdienen. Das ist jetzt vor der Fußball-WM wieder ganz deutlich überall zu erkennen. Da wird auf Nahrungsmittel, Klamotten oder Geschirr mal schnell ein Streifen in Schwarz/Rot/Gold aufgedruckt oder ein Fußball – und schon werden sie deutlich mehr verkauft, sogar dann, wenn das ein oder andere Produkt teurer ist als ohne diese „Verzierungen“. Da wird suggeriert, dass man(n) natürlich Bier, Grillgut, Chips, Burger oder andere deftige Nahrung braucht – sonst ist ja so ein Fußballspiel nur halb so schön anzuschauen. Fanartikel sind durchaus was Schönes, ob Hut, Make-up, Shirt oder Girlande zum Umhängen – passt alles. Aber dann gibt es Produkte, da kann man nix aufdrucken oder aufnähen. Doch auch hier gibt es Abhilfe, wie ich gerade in einem Werbeprospekt gesehen habe. Da werden aus kleinen Fleischbällchen am Spieß mal eben „Fußballfrikadellenspieße“. (Ich hoffe nur, dass da keine ausrangierten Fußbälle verarbeitet wurden!). Aus einem Schweinestak wird ruckzuck ein „Kontersteak“ und ein simpler Schweinefleischspieß wird zum „Angriffswellenspieß“. Wenn die Deutschen die WM gewinnen, gibt es sicher noch eine kräftige Steigerung: Weltmeistersauerkraut, Torjägertomaten, Siegergulasch – da lässt sich ganz sicher noch einiges rausholen. Was aber, wenn die Deutschen verlieren? Gibt es dann Verliererschnitzel mit Niederlagenpommes und Debakelsalat? Und was geschieht eigentlich mit all den Fanartikeln, wenn die WM vorbei ist und sie nicht verkauft wurden? Darüber machen wir uns jetzt aber keine Gedanken, sondern freuen uns auf eine schöne, harmonische und erfolgreiche Fußball-Weltmeisterschaft!

 

Ihre Angelika Förster