Kriftel. 15 junge Steinkäuze, die vor vierWochen in Niströhren auf Krifteler Gemarkung geschlüpft sind, wurden jetzt beringt. Interessierte Krifteler jeden Alters durften bei der Kennzeichnung von drei Nestlingen zusehen. Treffpunkt war am Ende der Erdbeermeile gegenüber der Gutenbergstraße. Hans Tecklenburg und Richard Hilgard, die sich ehrenamtlich um die Vögel in der Gemeinde kümmern, hatten dazu eingeladen. Sie freuten sich besonders über das große Interesse der Kinder: Sie hoffen, auf diese Weise jüngere Menschen für ihre Arbeit zu interessieren. „Wir wünschen uns, dass so langsam jüngere Menschen ins Team kommen und bei der Betreuung der Nistgelegenheiten mitarbeiten.“ Im Herbst müssen alle Kästen gereinigt werden – ein guter Einstieg für junge Vogelfreunde. Der Steinkauz gehört zu den gefährdeten Eulenarten. Michael Orf von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) holte die Nestlinge mit geübten Handgriffen aus der Niströhre, notierte Geschlecht und Standort der Röhre und schob einen Metallring mit eingeprägter Nummer über die Kralle. Hans Tecklenburg, hatte am 22. Mai bei einer Kontrolle mit Freude festgestellt, dass von 12 in den Jahren 2016 und 2017 auf Krifteler Gemarkung aufgehängten Steinkauz-Röhren acht mit Bruten belegt sind. „Das gab es noch nie“, freut sich der Experte. 15 „Nestlinge“, wie die Jungvögel genannt werden, seien gezählt worden. Franz Jirasek, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Kriftel, kam ebenfalls zur Beringungs-Aktion. Er dankte Tecklenburg und Hilgard für ihr Engagement. Tecklenburg bedankte sich wiederum herzlich bei den Grundeigentümern, an deren Bäumen Niströhren für die kleinen Eulen angebracht werden durften. Die sind übrigens „Nützlinge“ für die Landwirtschaft, wie Tecklenburg betont. In einer Röhre wurden drei Mäuse als Futtervorrat gefunden.

Tina Schehler

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit