Rüsselsheim. Es war ein friedliches, buntes Festivalpublikum, das auf dem Rüsselsheimer Mainvorland beim Love Family Park am Samstag (28. Juli) ausgelassen gefeiert hat. Und so bezeichnete Oberbürgermeister Udo Bausch die Veranstaltung als einen vollen Erfolg, der zum Imagegewinn der Stadt beitrage. „Die Agentur Cosmopop als Veranstalter hat ein sehr beeindruckendes Line Up nach Rüsselsheim geholt hat. Eine solche Headliner-Dichte im Bereich elektronischer Clubmusik sieht man selten“, erklärte Bausch und lobte zugleich die gute und professionelle Zusammenarbeit mit der Agentur. Die rund 20.000 Besucherinnen und Besucher kamen aus über 40 Ländern, darunter Frankreich, Belgien, die Niederlande, USA, Spanien und Dänemark. Es wurden sogar zwei Tickets nach Japan verkauft. „Die weltweite Resonanz zeigt die internationale Aufmerksamkeit, die diese Veranstaltung findet. Erstmalig in seiner 20-jährigen Geschichte war der Love Family Park bereits im Vorfeld ausverkauft. Das spricht für die Marke, das spricht aber auch für den Standort in Rüsselsheim und das Vorschuss-Vertrauen der Fans in die Stadt“, sagte Bausch. Es habe zudem eine große Medienaufmerksamkeit gegeben, vom ZDF Morgenmagazin über die britische „Sun“ bis zu Journalisten der Musikszene und der Tagespresse der Region. Auch die Gastronomie in der Innenstadt habe profitiert, zeitweise habe es so gut wie keinen freien Stuhl in den Außenbereichen gegeben. Die Beschicker des Wochenmarkts hätten ebenso ein gutes Geschäft gemacht, da Gäste sich hier auf dem Weg zum Mainufer versorgt hätten. Bausch lobte zudem das ausgesprochen friedliche und freundliche Festivalpublikum, mit dem auch die Polizei sehr zufrieden gewesen sei. Nur einmal hätten die Ordnungshüter bei einer Auseinandersetzung einschreiten müssen. Ansonsten habe es nur kleinere Vorkommnisse und einige Lärmbeschwerden gegeben, mit denen man umgehen müsse. Größte Herausforderungen waren die Hitze und Kreislaufprobleme einzelner Besucher, Wespenstiche sowie ein ordentlicher Regenguss am Nachmittag, der von den Fans als willkommene Abkühlung gesehen wurde und der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Aufgrund der ausgesprochen heißen Witterung waren bereits im Vorfeld der Veranstaltung Vorkehrungen getroffen worden. Der Veranstalter hat Wasser als billigstes Getränk angeboten und hatte auch 40.000 Ein-Liter-Wasserflaschen vorrätig, die günstig abgegeben wurden. Zur Erfrischung und Abkühlung gab es zudem eine Feinwasser-Berieselung und eine Stelle zur Abkühlung mit Leitungswasser. Wasser konnte auf dem Festivalgelände auch an den mit Trinkwasser betriebenen Handwaschbecken nachgezapft werden, wovon die Besucherinnen und Besuchen auch rege Gebrauch machten. „Wir werden eine umfangreiche Nachbetrachtung machen. Das hatte der Magistrat bereits bei seiner Beschlussfassung, dass die Veranstaltung in Rüsselsheim durchgeführt werden kann, festgeschrieben. Diese Evaluierung wird bis voraussichtlich Ende September erfolgen“, sagte Bausch. Das Thema Lärm werde ein wichtiger Punkt dabei sein. „Es liegt in der Natur einer solchen Veranstaltung, dass sie mit einer gewissen Geräuschkulisse einhergeht. Dennoch ist die Anzahl der eingegangenen Lärmbeschwerden sehr moderat geblieben“, sagte Bausch. Er führt dies auf die gute Information der Veranstalter zurück. Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner hatten bereits im Vorfeld Informationen und Kontaktdaten des Veranstalters erhalten. Zudem sei mit modernster Bühnentechnik gearbeitet worden, um die Lärmbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner so gering wie möglich zu halten. „Da das Festival um 22 Uhr endete, war die Nachtruhe sichergestellt. Und auch die Abreise der Gäste vollzog sich leise. Insgesamt sind bei der Stadt und auf der Hotline des Veranstalters rund 30 Anrufe mit Fragen rund um das Festival eingegangen, rund zwei Drittel davon mit Bezug auf Lärm. Zwischen 50 und 60 Beschwerden wegen Ruhestörung sind bei der Polizei eingegangen. Die Beschwerden wurden aufgenommen und werden in die Evaluierung einfließen“, sagte Bausch. Dabei würden alle Aspekte noch einmal genau betrachtet, um an der ein oder anderen Stelle gegebenenfalls nachzusteuern. Beispielsweise bei der Anzahl der aufgestellten Mülltonnen. Erst nach Vorlage aller Daten und der Auswertung werde der Magistrat über Folgeveranstaltungen entscheiden. Für die Veranstaltung waren am Samstag rund 40 städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, darunter Beschäftigte der Kernverwaltung, der Stadtpolizei, der Verkehrsüberwachung und der Feuerwehr. Rund 160 Verwarnungen sprach die Stadtpolizei für Falschparken aus, sechs Fahrzeuge wurden abgeschleppt. „Aufgrund der Datenlage können wir sagen, dass es sich dabei überwiegend nicht um Besucher der Veranstaltung gehandelt hat. Die ausgeschilderten Parkplätze wurden vom Festivalpublikum gut angenommen, die meisten Besucher kamen ohnehin mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagt Bausch. Bausch dankte allen Beschäftigten der Stadt sowie den Einsatz- und Rettungskräften für ihr großes Engagement, das zum Gelingen der Veranstaltung einen erheblichen Beitrag geleistet habe.

Gabriele Wacker
Stadt Rüsselsheim am Main