Rüsselsheim. Eine Woche waren sieben Bergfreunde der Sektion Rüsselsheim im Deutschen Alpenverein unterwegs in den Schladminger Tauern. Auf anspruchsvollen Bergwegen ging es zu urigen Berghütten, umgeben von beeindruckender Bergkulisse, eine echte Genusstour für Freunde üppiger Alpenvegetation und wilder Felsformationen. Nach der langen Anfahrt aus Rüsselsheim gönnten sich die Reiseteilnehmer die Auffahrt mit der Gondel zur Krummholzhütte. Dort konnten sich die Wanderer abends noch das Endspiel der Fußball WM anschauen. Am nächsten Tag ging es dann über – durch Schafe zum Teil intensiv gedüngte – Berghänge zur Hans-Wödl-Hütte, wo in Matratzenlagern genächtigt wurde. Tags darauf war die Preintaler Hütte auf 1.665 Metern das Ziel, welches über die Neualmscharte und einem Weg vorbei an mehreren Gebirgsseen erreicht wurde. Leider versteckten die Seen ihre malerische Schönheit hinter aufziehenden Nebelschwaden und Regenschauern. Nebel und Regen waren auch der Grund, weshalb sich die Gruppe einstimmig dagegen entschied, wie geplant über die Hochwildstelle weiterzugehen. Stattdessen wurde eine, dem Wetter angepasste, ungefährlichere Alternative ausgewählt. Auch der vierte Tag begleitete die Bergwanderer durchgehend mit Nebel und wenigen Metern Sicht bei starkem Wind. Der Weg führte über den Greifenstein zur Gollinghütte. Für das schlechte Wetter wurde die Gruppe aber am darauffolgenden Morgen mehr als entschädigt. Bereits um 7 Uhr brach man zur längsten Etappe der Hüttenwanderung auf. Über die Gollingscharte wurde der 2.862 Meter hohe Hochgolling in Angriff genommen. Nachdem der höchste Berg der Schladminger Tauern über den Normalweg bewältigt worden war, musste wegen eines gesperrten Schneefeldes das Zwischenziel, die Landa-Wirsee-Hütte, über einen weiten Umweg angegangen werden. Nach einer kurzen Rast auf der Hütte lag noch ein etwa zweieinhalb Stunden langer Zustieg auf die Keinprechthütte vor den Wanderern. Nach insgesamt rund 11 Stunden Gehzeit wurde das Tagesziel endlich erreicht. Am letzten reinen Tourentag ging es dann über die Ignatz-Mattis-Hütte zur Fahrlechhütte, wo das Nachtlager in einem rustikalen Nebengebäude eingerichtet wurde. Die Hartgesottenen konnten sich hier am eiskalten Holzbrunnen auf der Wiese waschen oder in den seelenruhig und wunderschön liegenden Duitskarsee springen. Am Ufer des Sees wurde an diesem Abend auch das Abschlussessen der Tour gereicht. Am darauffolgenden Morgen stand nur noch der einstündige Abstieg ins Tal an, von wo aus die Gruppe mit dem Bus zurück zu den in Schladming geparkten Autos gebracht wurde, um dann die Heimreise anzutreten.

Wolfgang Bohrmann
1. Vorsitzender und komm. Pressereferent