Die EU-Bürger konnten abstimmen, ob sie weiterhin die Zeitumstellung haben wollen. Und auch darüber, ob künftig die Sommer- oder die Winterzeit gültig sein soll. Auch ich habe abgestimmt – gegen die Zeitumstellung. Nicht, dass sie mir geschadet hätte. Aber ich finde sie überflüssig, nicht jeder kommt vom Rhythmus her mit ihr klar und eine Energieeinsparung kam eh nicht dabei rum. Die überwältigende Mehrheit der abstimmenden EU-Bürger hat sich mit mir für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen. Jetzt will Jean-Claude Juncker sich dafür einsetzen, dass die Umstellung abgeschafft wird. Unsere Kanzlerin ist ganz auf seiner Seite. Ich unterstütze beide selbstverständlich nach Kräften. Nur frage ich mich, warum das dann erst 2020 oder 2021 umgesetzt wird. Wieso braucht das so lange? Wenn beschlossen wird, die Zeitumstellung wird abgeschafft, stellt man einfach die Uhren nicht mehr um und fertig. Drei Jahre „Vorbereitung“? Hallo? Käme ein Chef in einer Firma mit 794 Angestellten auf die Idee, eine einheitliche Mitarbeiterkleidung einzuführen – nehmen wir mal an, grünlila gestreifte Hosen mit pinkgrün gepunkteten Oberteilen – dann könnte ich nachvollziehen, dass das Zeit braucht. Der Stoff muss gedruckt werden, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen vermessen werden, dann muss genäht werden, anprobiert werden, eventuell nimmt während der Zeit der Herstellung der ein oder andere von ihnen deutlich ab oder zu, dann muss geändert werden, sowas braucht Zeit. Aber zu sagen: Nicht mehr die Uhren umstellen – das sollte doch in 6 Monaten durchführbar sein, oder? Vermutlich arbeitet man nach dem Zitat „Gut’ Ding will Weile haben“ – ich glaube sehr oft, dass das eh das Motto der Politik ist. Und eine gute Ausrede, wenn man nicht gerne zügig arbeitet, ist es auch. Ich glaube, ich werde mir dieses Zitat mal zu eigen machen….

Ihre Angelika Förster