Rüsselsheim. Die Aufnahme des Begriffs „Kindeswohl“ in die Landesverfassung steht bei der kommenden Landtagswahl zur Abstimmung. Aus diesem Grund war die dritte Veranstaltung der Reihe „Forum Amtsgericht Rüsselsheim – Bürger, Verwaltung und Justiz im Dialog“ dem Thema Kinderrechte gewidmet. Über 70 Expertinnen und Experten aus Politik, Justiz und Jugendarbeit sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, die der Einladung von Amtsgerichtdirektor Harald Walther gefolgt waren, konnte Bürgermeister Dennis Grieser im Ratssaal des Rathauses begrüßen. „Kinderrechte sind ein Thema, das auch in Rüsselsheim von zentraler Bedeutung ist“, sagte Grieser einleitend und verwies auf verschiedene Aktionen in der Stadt, wie auf einen vom Kinderschutzbund im Rahmen des Kultursommers ausgelobten Malwettbewerb an den Rüsselsheimer Schulen oder auf von der Stadt finanzierte Präventionskurse für Schulklassen. Grieser hob dabei hervor, dass ein wichtiger Eckpfeiler der städtischen Jugendarbeit die Stärkung der Kinder durch Beteiligung sei: „Partizipation ist ein Leitprinzip der Arbeit der gesamten Rüsselsheimer Jugendförderung.“ Nach einer inhaltlichen Einführung in die halbtägig angesetzte Veranstaltung durch den Initiator und Gastgeber Harald Walther vom Amtsgericht Rüsselsheim folgten vier Vorträge, die den Schutz von Kinderrechten und Kindeswohl aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Den Anfang machte Prof. Dr. Katharina Gerarts, die als Beauftragte der Landesregierung für Kinder- und Jugendrechte über die aktuelle Situation in Hessen berichtete. Amtsgerichtsdirektor Walther erklärte, warum das „Kindeswohl“ verfassungsrechtlichen Schutz bedürfe und in die Landesverfassung aufgenommen werden sollte. Mit dem Vortrag von Christoph Auffermann vom Fachbereich Kinderschutz und Jugendhilfe der Stadt Rüsselsheim am Main wurde schließlich die wichtige Sicht des Praktikers in die Runde eingebracht, der tagtäglich vor der Herausforderung steht, den staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdungen umsetzen zu müssen. Im letzten Vortrag referierte Dr. Daniel Sammet, Oberarzt an der VITOS-Klinik in Riedstadt und seines Zeichens Kinder- und Jugendpsychiater. Abschließend wurde lebhaft auf dem Podium und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert. Neben Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin der Justiz, waren in der Schlussrunde auch Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser, Prof. Dr. Katharina Gerarts und Alexandra von Müller von der Landesschülervertretung Hessen vertreten.

Asswin Zabel

Stadt Rüsselsheim am Main