Die Diskussion darüber, ob jeder automatisch Organspender wird, der nicht widerspricht, ist in vollem Gange. Ich finde diese Regelung schrecklich. Meiner Meinung nach macht sie Menschen in gewisser Weise zu „Ausschlachtware“. Hirntot? Okay, dann schauen wir mal, was noch verwertbar ist. Für mich hat das was von einem Auto oder einer Waschmaschine: Was kann man noch nehmen, was wird verschrottet? Das klingt hart – aber mit dieser Regelung empfinde ich es so. Was aber noch viel schlimmer ist in meinen Augen, ist, dass den Menschen das würdevolle Sterben genommen wird. Der Hirntod ist eine Form des Sterbens, aber er ist noch nicht der eigentliche Tod. Das Herz schlägt noch, die Organe werden noch durchblutet – sonst wäre eine Entnahme nicht mehr möglich. Ein Mensch, der im Sterben liegt, wird, während dies geschieht, dahingehend überprüft, was noch verwertbar ist. Für mich eine grausame Vorstellung. Natürlich kann und muss das jeder selbst entscheiden. Wer sich entscheidet, Organe zu spenden, vor dem habe ich Hochachtung. Aber dass jeder zum Spender wird, der nicht widerspricht, geht für mich gar nicht. Es wird immer Menschen geben, die nicht wussten, dass sie widersprechen müssen. Was ist mit Jugendlichen, die 18 werden und nicht sofort daran denken, nun der Organspende zu widersprechen, es aber für sich ausschließen? Pech gehabt, wenn sie zu Tode kommen? Ich denke, die Regelung, dass derjenige, der Organspender werden will, sich einen Ausweis darüber besorgt und wer keinen hat, ist auch kein Spender, ist in Ordnung. Mehr Aufklärung, um so mehr Spender zu erreichen bzw. zu überzeugen, ist sinnvoll. Aber nicht, jeden Menschen automatisch zu einem Spender zu machen!

Ihre Angelika Förster