Kriftel. Die lange Schlange der Schüler, die am Montagvormittag in der Lindenschule die Bühne betrat, schien gar kein Ende zu haben: Über 70 Teilnehmer des Schulchors leiteten die Feierlichkeiten des „Ersten Spatenstichs“ für einen dringend benötigten Erweiterungsbau ein. Sie sangen „Das Warten war nicht für die Katz, endlich bekommen wir mehr Platz“ – und machten auch damit deutlich, dass in der Lindenschule Kriftel dringend Platz benötigt wird. Die Schülerzahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an: Die Schule wird von derzeit rund 400 Schülern besucht, rund 75 Prozent werden bereits betreut. Die neuen Räume bieten Platz für fünfzügige Jahrgänge – und machen bald eine 100prozentige Betreuung möglich. In dem neuen Erweiterungsbau – der an das vorhandene Hortgebäude angebaut wird – entstehen zwölf weitere Klassenräume und sechs Gruppenräume. Außerdem bekommen Schule und Hort eine Küche mit Speiseraum, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Bis zu 480 Kinder können dann zwischen 12 und 14 Uhr versorgt werden. Auf diese Weise werden im Altbau nötige Gruppen- und Funktionsräume frei. Der von der Gemeinde Kriftel betriebene Hortbereich ist Bestandteil des Konzeptes. Der Neubau wird nach Passivhausstandard errichtet und erhält eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Außerdem entsteht ein überdachter Pausenhof. Während die Arbeiten am Neubau laufen, können die Schüler den Altbau weiter nutzen; sie müssen nicht in Container umziehen.

Weihnachten 2019 soll alles fertig sein

Laut Landrat Michael Cyriax und dem Ersten Kreisbeigeordneten Wolfgang Kollmeier, die am Montag zum Spatenstich gekommen waren, soll der neue Trakt nach den Weihnachtsferien 2019/2020 fertig sein. „Wenn das neue Gebäude fertig ist, haben wir gemeinsam mit der Gemeinde Kriftel eine 100-Prozent-Lösung für die Betreuung“, so Cyriax. Die Kosten des Gesamtprojekts werden auf knapp acht Millionen Euro beziffert; darin enthalten sind rund 400.000 Euro, die der Gemeinde Kriftel als Ablöse für das Hortgebäude gezahlt werden. Bei der Planung sei „das Thema Betreuung neu gedacht worden“, so Kollmeier. „Wir freuen uns, dass es nun losgeht. Dies ist auch eine Bestätigung der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Kreis, Gemeinde, Kollegium, Betreuungspersonal und den Eltern. Das war eine gute Vorleistung für die Bauarbeiten“, so Bürgermeister Christian Seitz. Er hob hervor, dass die Eltern bei der Planung des Gebäudes im Vorfeld „kreativ mitarbeiten“ konnten. „Elternbeirat und Förderverein sowie die Leitung des Kinderhortes haben viele Ideen eingebracht.“ Die Lindenschule sei eine der ersten Schulen im Kreis gewesen, die am Landesprogramm des Paktes für den Nachmittag teilgenommen habe. Schulleiterin Sandra van de Weyer betonte: „Dass die vierten Klassen, die vorübergehend in der Weingartenschule untergebracht wurden, bald wieder zurückkehren können, freut mich besonders.“ Sie blickt zurück auf eine erfolgreiche und stetige Weiterentwicklung der Schule: Mit dem Schuljahr 2013/14 begann sukzessiv der Aufbau des Ganztagesbereiches. Im April waren bereits die Vorarbeiten gestartet: Der DRK-Pavillon wurde abgerissen und der Brandschutz in einem Teil des bestehenden Schulgebäudes modernisiert. Zudem waren diverse Außenarbeiten nötig.

Tina Schehler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit