Bischofsheim. Heute haben es alle Vereine nicht leicht, attraktiv zu sein und auch das Interesse ihrer inaktiven Mitglieder für’s Vereinsleben zu wecken. Wenn aber bei einem Verein mit ca. 130 Mitgliedern an einem Samstag ca. hundert zu einem gemütlichen Nachmittag/ Abend zusammenkommen, um die langjährigen Mitglieder zu ehren, so spricht dies doch sehr für den Verein. Und dem Gesangverein Germania 1869 Bischofsheim e.V. ist dies bei der diesjährigen Jubilaren-Ehrung wieder gelungen.

So konnte die 1. Vorsitzende, Christa Hechler, im vollbesetzten Adlersaal die ca. einhundert Gäste herzlich begrüßen. Unter ihnen auch die Ehrenmitglieder Horst-Dieter Weber und Willi Wolf und in Vertretung von Frau Dr. Thelen Frau Preuße vom Sängerkreis Mainspitze. Und natürlich wurden auch die Jubilare namentlich begrüßt und ihre Vereinszugehörigkeit kurz umrissen: Gabriele Richter und Doris Schindler mit je 10 Jahren aktivem Singen, Michael Bott mit 25 Jahren und Heide Kröcker mit 50 Jahren Treue zum Verein – beide konnten leider nicht anwesend sein – Willi Wolf, 65 Jahre aktiver Sänger, und Heinrich Uhrig, seit 70 Jahren Vereinsmitglied. Gesang gehört bei so einer Feier natürlich dazu. So übernahm der Gemischte Chor nach der Begrüßung mit dem vierstimmigen Satz „Freude machen…“ die Einleitung der Jubilaren-Ehrung. „Ich glaube,“ , von Udo Jürgens, „dass die Welt groß genug, reich genug für uns alle ist“ – wenn wir nur wollen -, stellte das Miteinander in den Mittelpunkt und schließlich der Gospel-Song „Give Glory to God, Saints“, der Hinweis auf das Göttliche, rundete die Eröffnung der Jubilaren-Ehrung ab. Sodann bat Christa Hechler die anwesenden Jubilare und Jubilarinnen sowie Frau Preuße auf die Bühne. In ihrer Rede brachte diese zum Ausdruck, dass das Chor-Singen doch eine gehörige Portion Idealismus und Disziplin verlangt. Angefangen vom regelmäßigen Probenbesuch, Disziplin im Unterordnen der Stimmen, Mut und Standfestigkeit als Solist oder Solistin .Aber Singen ist auch gleichzeitig Gehirntraining, hilft zur Stressbewältigung und stärkt das Immunsystem. Ein gutes Beispiel ist Willi Wolf. Ihn zeichnete Frau Preuße aus für 65 Jahre aktives Singen im Chor und als Solist, der, wenn Männermangel beim jungen Chor, den Happy Voices, herrscht, auch dort gerne stimmgewaltig aushilft. Neben der Auszeichnung des Sängerkreises Mainspitze mit Urkunde erhielt Willi Wolf noch einen großen Geschenkkorb vom Verein, überreicht und überbracht von Christa Hechler und Christel Engel. Für 10 Jahre Sangestätigkeit überreichte die 1. Vorsitzende Gabriele Richter und Doris Schindler die Urkunde und Christel Engel das Präsent. Heinrich Uhrig erhielt aus der Hand der Vorsitzenden die Urkunde für 70Jahre Vereinszugehörigkeit, lange aktiv, später dann aber aufgrund anderer Verpflichtungen inaktiv. Christel Engel überbrachte auch ihm einen großen Geschenkkorb. Die 1.Vorsitzende und Christel Engel, als Vorsitzende des Vergnügungsausschusses, versäumten nicht, Willi Wolf auch dafür zu danken, dass er seit Jahrzehnten an Kerb seinen Hof für das Zelt der Germania zur Verfügung stellt und aktiv zum Gelingen beiträgt: „Wem ist die Kerb? Unser“, war der sofort von Willi Wolf von der Bühne ausgebrachte Schlachtruf. In seiner Dankesrede stellte er heraus, wie wichtig der Verein auch für ihn ist und brachte seinen Dank nicht nur verbal sondern auch mit einer Spende zum Ausdruck. Zudem sicherte er zu, dass auch weiterhin sein Hof an Kerb der Germania zur Verfügung stehe., was das Auditorium mit großem Beifall aufnahm. Den Abschluss der Jubilaren-Ehrung übernahmen die Happy Voices, mit sehr schwungvollen Liedern wie „Siyahamba…, we are marching in the ligth of God“, einem Folk Song aus Südafrika, der mit Zulu-Sprache beginnt, oder schmissig flott italienisch „Qui commando io?“. Bevor das große Buffet eröffnet wurde, das reichhaltig bestückt war, brachten die beiden Chöre gemeinsam noch das bekannte schottische Abschiedslied „Auld Lang Syne“ (Vergangene Zeiten) zu Gehör und ernteten viel Beifall. Danach eröffneten die Jubilare das Buffet. Die Gäste sprachen kräftig Speis und Trank zu. Auch die Äpelwoi-Bowle fand viele Liebhaber. Bei anregenden Gesprächen blieben die meisten noch bis zum späten Abend. Insgesamt ein gelungenes Beisammensein, in dem Hans Junker noch mit dem Ausblick auf die letzte Wanderung dieses Jahres, am 19.12. nach Kostheim, ein weiteres Highlight des Vereinslebens adressierte.

Albrecht H. Glöckle