Rüsselsheim. Eine erlebnisreiche Bergwanderung durch die Lechtaler Alpen unternahmen acht Bergwanderer der Sektion Rüsselsheim im Deutschen Alpenverein. Die Tour, die bevorzugt für Senioren mit alpiner Erfahrung ausgeschrieben worden war, führte über fünf hochgelegene Berghütten. Die Tagesetappen verlangten von den Senioren entsprechende gute Kondition, da bei 5 bis 6 Gehstunden täglich erhebliche Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt werden mussten. Die Gruppe reiste umweltfreundlich mit der Bahn nach Imst, dem Startpunkt der Bergtour, an. Der Anstieg zur fast zweitausend Meter hoch gelegenen Muttekopfhütte, der ersten Übernachtungsstation, wurde aus Zeitgründen per Sessellift bewältigt. Früh am Morgen des ersten Tourentages stiegen die Bergwanderer, geführt von Wolfgang Gurk, der die Tour organisiert und geleitet hat, bei besten Wetterbedingungen hinauf zum Joch unter dem Muttekopf. Drei Mitglieder der Gruppe ließen es sich nicht nehmen, auf einem kurzen Abstecher den 2.774 m hohen Gipfel des Muttekopfs zu besteigen. Sowohl vom Joch als auch vom Gipfel war die Sicht von den Allgäuer Alpen zur Zugspitze und weiter über die Ötztaler Alpen im Süden überwältigend. Der Weiterweg durch die wilden Kübelwände beeindruckte durch die in den Alpen selten so anzutreffende fantastische Schichtung der Felsen. Zur Übernachtung kehrte die Wandergruppe in die Hanauer Hütte ein. Die nächste Etappe führte auf dem Lechtaler Höhenweg bei wolkenlosem Himmel zum Württemberger Haus, durch grünes Gelände mit spektakulären Panoramen und an mehreren türkisblauen Bergseen vorbei. Schwieriger und anstrengender wurde am nächsten Tag der Übergang zur Memminger Hütte mit dem Aufstieg zur 2.657 m hohen Großbergspitze, die durch steiles Felsgelände, zuletzt auf mit Seilen gesichertem Steig, erreicht wurde. Da es in der Nacht und auch am Morgen noch regnete, wurde die geplante Tour zur Ansbacher Hütte aus Sicherheitsgründen fallen gelassen. Stattdessen entschied sich die Gruppe zum Abstieg nach Madau und übernachtete dort im Berghaus Hermine. Bei besserem Wetter am Folgetag stiegen die Teilnehmer dann doch noch auf einem leichteren Weg zur Ansbacher Hütte hinauf. Von hier aus konnten die Wanderer in das gegenüberliegende Verwallgebirge und tief hinab ins Tal der Rosanna, das zum Arlbergpass hinauf führt, blicken. Der letzte Morgen in den Bergen brachte eine schöne Überraschung, denn über dem Tal lag eine dichte Wolkendecke, darüber war die Luft klar mit herrlicher Fernsicht. Gleich nach Sonnenaufgang begann der lange Abstieg ins Tal zum Ort Schnann, von wo aus die Rückreise mit Bus und Bahn angetreten wurde. Für alle Teilnehmer war die Tour trotz erheblicher Anstrengungen ein nachhaltiges, positives Bergerlebnis, nicht zuletzt dank des meist schönen Wetters, der gastlichen Hütten und der guten Gemeinschaft.

Wolfgang Bohrmann
1. Vorsitzender und komm. Pressewart