Flörsheim. „Nüsse? Hab‘ ich zentnerweise auf meinem Grundstück!“, so der BUND-Aktive Uli Weigl. Mit einer großen Handbewegung deutet er das Vorhandensein eines kaum überschaubaren Berges dieser Vitamin B6 enthaltenden Früchte an. Damit weckt er sofort das Interesse von Reinhold Habicht: „Da können wir doch in drei Wochen auf dem Flörsheimer Weihnachtsmarkt welche zum Verkauf anbieten“, so der Vorschlag des BUND-Vorsitzenden. Vier BUND’ler erklärten sich auch spontan bereit, beim Aufsammeln der begehrten Früchte zu helfen. Am Donnerstag, den 8. November, trafen sich dann Cäcilia Habicht, Nicola Böye, Jürgen Krichbaum und Bernd Zürn auf dem Weigl’schen Grundstück zwischen Flörsheim und Wicker. Nach knapp zwei Stunden mühsamer Kriecherei auf allen Vieren konnte Bernd Zürn schließlich einen nicht ganz gefüllten Sack auf seinen Fahrrad-Anhänger laden. „Fünfundvierzig Kilo“, so die etwas optimistische Schätzung von Jürgen Krichbaum. „Die Quantität ist ja in Ordnung“, freut sich Cäcilia Habicht, doch Nicola Böye gießt etwas Wasser in den Wein: „Aber die Qualität lässt auch in diesem Jahr zu wünschen übrig“.

Problem: Die Walnussfruchtfliege
Damit spricht sie ein Problem an, das fast allen Nussanbauern seit einigen Jahren große Sorgen bereitet.: Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis complea). Aus Amerika eingeschleppt legt das Weibchen in bis zu 20 Früchte jeweils bis zu 15 Eier in deren äußere grüne Schale. Daraus entwickeln sich etwa fünf Millimeter lange beinlose Larven. Die fressen sich durch das weiche grüne Gewebe. Folge: Es färbt sich schwarz, wird matschig oder auch lederartig fest. Seine Entfernung vom eigentlichen Nusskern erfordert eine aufwendige mechanische Reinigung. Große Nussbauern verwenden dazu gerne Betonmischmaschinen. Die gute Nachricht: Durch den Schädling wird die Frucht nicht angegriffen. Sie ist ohne Bedenken essbar. Es sei denn, sie ist aus irgendeinem anderen Grund ungenießbar.

Bernd Zürn