Flörsheim. „Das bisschen Nieselregen ist doch kein Hinderungsgrund, oder?“, so die rhetorische Frage von Cäcilia Habicht an ihre drei Mitstreiter/innen. Die vier Aktiven des BUND Flörsheim trafen sich am vergangenen Samstag um 10 Uhr mit teilweise schwerem Gerät zu ihrem ersten Arbeitseinsatz im neuen Jahr. Auf der rund 2 000 Quadratmeter großen Streuobstwiese in der Flörsheimer Gemarkung „Schenkenmorgen“ sollten mehrere Bäume geschnitten  und einige besonders aggressiv wuchernde Sträucher entfernt werden.

Eine starke frauendominierte Truppe im praktischen Naturschutzeinsatz: Silvia Schober (auf der Leiter), Andrea Schnittler und Bernd Zürn. Nicht auf dem Bild ist die Fotografin Cäcilia Habicht – Foto: Cäcilia Habicht

Nach einer eingehenden Besichtigung der Fläche suchte sich jeder der Beteiligten seinen Arbeitsbe- reich aus. Durch die Niederschläge der letzten Zeit war der Boden gut durchfeuchtet. Das erleich-terte das Ausgraben von unerwünschten Wurzelschösslingen erheblich. Beim Beschneiden der mehr als zwei Dutzend Obstbäumen gab es – wie immer in solchen Fällen – sehr unterschiedliche Mei-nungen. Während sich Andrea Schnittler mehr für einen sanften Eingriff aussprach war für Bernd Zürn ein radikaler Rückschnitt die einzig wirksame Maßnahme. Wie so oft einigte man sich in der Mitte. Dabei waren sich alle darüber einig, dass man die Bäume nicht auf hohen Ertrag bringen wollte und deshalb ein optimaler Schnitt hier gar nicht so wichtig sei.

Für den BUND-Neuzugang Silvia Schober war dieser erste große Einsatz im praktischen Naturschutz eine erhebliche Erfahrensbereicherung. Neben dem Baumschnitt erlebte sie die Kontrolle und Reinigung der auf dem Grundstück hängenden Meisenkästen und der beiden Steinkauzröhren. Das war – leider – wenig spektakulär: Die Steinkauzröhren waren leer, und auch in den Meisen-kästen gab es keine der possierlichen Gartenschläfer. Die halten, in letzter Zeit vermehrt, darin ihren Winterschlaf.

Der BUND Flörsheim betreut dieses Grundstück seit 1987. Bernd Zürn kann sich heute noch an den Abschluss des Pachtvertrages mit dem Eigentümer, die Familie Messer, erinnern. Viele hundert Stunden war er seitdem in den zurückliegenden 32 Jahren auf dem Grundstück im Einsatz. Beim Pflanzen von mindestens einem Dutzend heimischer hochstämmiger Obstbäume wirkte er mit. Es waren überwiegend Äpfel (Ontario, Roter Boskoop, Goldparmäne), aber auch Birnen (‚Gräfin von Paris‘), Walnuss und sogar einen Speierling. „Dass einige von ihnen – trotz intensiver Pflege – vor mir das Zeitliche gesegnet haben, habe ich nicht erwartet“, so der achtzigjährige Zürn. Mehrere alte Bäume auf dem Grundstück sind mehr tot als lebendig. Trotzdem lässt der BUND sie stehen. Schon der nächste Sturm kann sie umwerfen. Bis dahin dienen sie aber noch vielen Tieren (z.B. dem Specht sowie Insekten) als Futter- und Nistplatz.

Wer sich für den BUND Flörsheim und seine Aktivitäten interessiert kann sich gerne informieren unter www.floersheim.bund.net oder bei Reinhold Habicht, Telefon 0 61 45 / 3 07 20.

Bernd Zürn