Hochheim. Am Samstag, den 20. Oktober 2018, ab 9.00 Uhr konnten sich Bürgerinnen und Bürger am Informationsstand am Wochenmarkt an der alten Malzfabrik über die Problematik des Pflegenotstands informieren, die der Beirat Inklusion zusammen mit dem VdK durchführte und auf einer Unterschriftenliste unterschreiben, die die Behebung der Missstände fordert. Seitdem wurden bereits 240 Unterschriften für das Anliegen gesammelt.

Die Unterschriftenaktion wird jetzt noch bis zum 13. März 2019 verlängert. Die Listen liegen in der ganzen Stadt in verschiedenen Geschäften, Apotheken und Cafés aus. Nach der Aktion werden die Unterschriften dem Kreis- und Landtag übergeben.

Der Beirat für Inklusion, der Sozialverband VdK, der Seniorenbeirat der Stadt Hochheim am Main sowie die Ausschussmitglieder des Sozialausschusses haben sich intensiv mit der Schieflage in der Pflege beschäftigt. Aktueller Anlass ist und war der Wegfall der sechs Plätze im „Beschützten Bereich“ für Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz in Hochheim. Auch im Main-Taunus-Kreis gibt es für Menschen mit Demenz und Verhaltensauffälligkeit keine Plätze mehr im Pflegeheim.

Bereits in der Sitzung des Sozialausschusses am 27. September 2018 forderten die oben genannten die Wiedereinrichtung bzw. den Erhalt der Plätze in Hochheim am Main und im Main-Taunus-Kreis. Des Weiteren sprachen sie sich für die Einrichtung einer Pflegekammer in Hessen, die sich beispielsweise in Rheinland-Pfalz schon bewährt hat, aus. Die Pflegekammer soll dafür sorgen, dass die pflegerische Perspektive bei politischen Entscheidungen endlich zum Tragen kommt.

Es liegen von verschiedenen Experten und Gremien geeignete Vorschläge zu strukturellen Änderungen vor. So sollte es einen einheitlichen bundesweiten Pflegekraftschlüssel geben, das Verhältnis Pflegekraft und Anzahl der zu Pflegenden sollte sich verringern, die Ausbildung sollte verstärkt und die Bezahlung verbessert werden. All diese Punkte sollen helfen dazu beizutragen, dass sich die Situation in Hochheim in Bezug auf Menschen im „Beschützten Bereich“ und damit auch für Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz wieder verbessert.

Für weitere Informationen können sich Interessierte an den Vorsitzenden des Beirats Inklusion, William Geier, E-Mail beirat.inklusion@hochheim.de, oder an den Seniorenbeirat der Stadt Hochheim am Main, Winfried Schmidt, E-Mail winfried.schmidt50@outlook.com, wenden.

Dirk André Krams