Rüsselsheim. Wenn im Areal der Rüsselsheimer Festung die Archäologen zu Spaten und Kelle greifen, wird es spannend. Finden sich neue, überraschende Spuren der reichen Geschichte der Anlage? Oder gibt es am Ende mehr Fragen als Antworten? Denn die Rüsselsheimer Festung hat noch so manches Geheimnis noch immer nicht preisgegeben. Warum ist zum Beispiel das Terrain im inneren Festungsgraben hinter dem ehemaligen Marstall (dem heutigen Café) so deutlich erhöht?

Für die zweite Märzwoche hat die Bürgerstiftung Festung Archäologen bestellt, um zwischen Ostflügel und Wall eine Gebäudestruktur ergraben zu lassen, deren Reste bei einer Sondierung bereits zum Vorschein gekommen sind: Was verbirgt sich dort unter meterdicken Erdschichten und warum finden sich Ansätze massiven Mauerwerks? Bei einer einwöchigen Grabung wird im Erdreich nach Antworten gesucht. Vielleicht befand sich dort die in den schriftlichen Quellen erwähnte Pulvermühle oder ein Pulverdepot?

Bei einem Vor-Ort-Termin können Interessierte am Freitag (15. März) um 16 Uhr die Grabung selbst in Augenschein nehmen. Der Grabungsleiter wird das Vorgehen der Archäologen und die Funde erläutern, und Bezirksarchäologe Thomas Becker wird die Grabung wissenschaftlich einordnen. Beide stehen für Fragen zur Verfügung.

Die Teilnahme ist kostenlos, aufgrund der begrenzten Platzzahl ist jedoch eine Voranmeldung im Museum (Hauptmann-Scheuermann-Weg 4) per E-Mail an museum@ruesselsheim.de oder telefonisch unter 06142 83-2950 unbedingt erforderlich. Die einladende Bürgerstiftung Festung freut sich über eine Spende für den Erhalt der Anlage (Kreissparkasse Groß-Gerau: DE10 5085 2553 001 2020 01, HELADEF1GRG; Rüsselsheimer Volksbank: DE64 5009 3000 0020 7207 00, GENODE51RUS).

Gabriele Wacker
Stadt Rüsselsheim am Main