Rüsselsheim. Das Jugendamt der Stadt Rüsselsheim am Main sucht dringend neue Pflegeeltern für das Unterbringen von Kindern. Aus diesem Grund bietet der Pflegekinderdienst am Dienstag (26. März) um 18 Uhr im Rathaus einen Informationsabend für alle Interessierten an (Raum 110, 1. Obergeschoss, Eingang über Faulbruchstraße). Gesucht werden Rüsselsheimer Paare (auch gleichgeschlechtliche), Familien, familienähnliche Lebensgemeinschaften und Singles, die für Kinder und Jugendliche vorübergehende Bereitschaftspflege oder dauerhafte Vollzeitpflege übernehmen möchten.

Wenn das Kindeswohl gefährdet ist oder die Versorgung eines Kindes in seiner Familie nicht sichergestellt werden kann, nimmt der städtische Fachbereich Kinderschutz und Jugendhilfe nach sorgfältiger Abwägung Kinder in Obhut. Gründe können Gewalt in der Familie, Erkrankungen der Eltern oder starke Einschränkung der Erziehungsfähigkeit auf Seiten der Eltern sein.

Zwei Modelle: Bereitschaftspflege und Vollzeitpflege
In diesen Notsituationen oder während der Zeit der Klärung, ob und unter welchen Bedingungen das Kind wieder in seine Familie zurückkehren kann, braucht das Kind einen sicheren Ort und zuverlässige Erwachsene, die es aufnehmen. Ihm vorübergehend ein sicheres Zuhause zu bieten, das ist die Aufgabe von Bereitschaftspflegefamilien.

Sollte sich herausstellen, dass ein Kind nicht in seine Familie zurückkehren kann, benötigt das Kind eine Pflegefamilie, in der es auf Dauer leben kann. Bei dieser Vollzeitpflege werden die Kinder ein fester Teil der (Pflege-) Familie. Meist braucht es viel Verständnis auf Seiten der Pflegeeltern. Sie sollten belastbar sein und das Kind vorbehaltlos mit seinen Stärken und Schwächen annehmen. Wichtig ist, dass sie dem Kind helfen, seine Geschichte zu verstehen und den Kontakt zu seinen leiblichen Eltern zu bewahren und zu pflegen.

Nationalität oder Religion sind unwichtig
Dabei sind Pflegeeltern nie allein. Alle Pflegefamilien werden vom Pflegekinderdienst engmaschig begleitet und beraten. Neben der kontinuierlichen fachlichen Begleitung der Pflegefamilien durch den Pflegekinderdienst bietet das Jugendamt mehrere Elternabende im Jahr sowie Fortbildungen für Pflegeeltern an. Sollten sich Menschen dafür entscheiden, Pflegeeltern werden zu wollen, werden sie vom Pflegekinderdienst schrittweise auf ihre Aufgaben vorbereitet und geschult. Da Pflegeeltern immer auch einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen, müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen. Nationalität, Religion oder die Form der Lebensgemeinschaft spielen dabei keine Rolle. Wichtig sind hingegen gesicherte wirtschaftliche Verhältnisse, einwandfreie Führungszeugnisse, die gesundheitliche Eignung, ausreichend Lebensraum für das aufzunehmende Pflegekind sowie gute Deutschkenntnisse.

Pflegefamilien werden finanziell unterstützt
Pflegeeltern werden für ihre Aufgabe vergütet. Bereitschaftspflegefamilien erhalten pro Belegungstag 62 Euro für das Kind. Bei Nichtbelegung bekommen Bereitschaftspflegefamilien für die Bereithaltung des Platzes 11 Euro am Tag. Vollzeitpflegeeltern erhalten ein dem Alter des Kindes entsprechendes Pflegegeld, der Betrag liegt zwischen 760 Euro und 920 Euro im Monat und ist steuerfrei. Zusätzlich werden zahlreiche Nebenleistungen für ein Pflegekind vom Jugendamt übernommen. Zudem erhalten Pflegeeltern einen Beitrag zur Altersvorsorge und zur Unfallversicherung. Ebenso sind die Pflegekinder immer über die Stadt haftpflichtversichert.

Über die Informationsveranstaltung hinaus können sich Interessierte an den Pflegekinderdienst der Stadt Rüsselsheim am Main unter Telefon 06142 83-2308, -2157 und -2396 oder per E-Mail an pflegekinderdienst@ruesselsheim.de wenden.

Asswin Zabel

Stadt Rüsselsheim am Main