Hofheim-Lorsbach. Zum 150. Todestag des Komponisten Carl Loewe führt der ökumenische Chor Lorsbach dessen Passion „Das Sühneopfer des neuen Bundes“ am Karfreitag, 19. April, um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Lorsbach auf. Die Leitung hat Ulrich Stoll.

Loewe, 1796 geboren, ist heute vor allem durch seine Balladen bekannt, doch er komponierte auch 17 Oratorien, die besonders für Laienchöre mit einem hohen Niveau gedacht waren. Dass Loewe ein großer Verehrer der Bach’schen Passionen war ( er führte zwei Jahre nach Mendelssohns Wiederaufführung der Matthäuspassion diese 1831 in Stettin auf, zehn Jahre später die Johannespassion), hört man im „Sühneopfer“, doch ließ er mit seiner ihm eigenen Tonsprache etwas Neues entstehen. Seine Passion stammt vermutlich aus dem Jahr 1847. Obwohl sie zu seiner Zeit häufig aufgeführt wurde, verschwand sie im 20. Jahrhundert aus dem Repertoire. Erst in letzter Zeit setzt eine allmähliche Wiederbelebung seiner zu Unrecht vergessenen Oratorien ein.

Loewe wurde als zwölftes Kind des Kantors und Organisten Andreas Loewe und dessen Frau Marie geboren. Er studierte Musik bei D. G. Türk, einem Enkelschüler Bachs, und evangelische Theologie an der Universität Halle. Daneben war er Organist an der Marienkirche. In den halleschen Jahren schrieb er fast fünfzig Kompositionen, Balladen wie Erlkönig, Der Wirtin Töchterlein und Edward. Nach dem Studium wurde er in Stettin mit einer äußerst günstigen Beurteilung durch C. F. Zelter, dem Sachverständigen für musikalische Fragen im Königreich Preußen und Lehrer von Mendelssohn, Kantor und Organist an der Jakobikirche. Ab 1821 war Loewe zugleich als Gymnasiallehrer und städtischer Musikdirektor 46 Jahre lang dort tätig und bestimmte maßgeblich das Musikleben dieser Stadt und der ganzen Region.

Solisten sind: Felicia Brunner (Sopran), Katharina Weltzien (Alt), Christoph Claßen (Tenor) und Erhard Brunner (Bass).

Eintrittskarten kosten an der Abendkasse 15 Euro, ermäßigt 13 Euro.

Karsten Fischer